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KURS FAHRRADSTADT am Start

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Das hat gedauert! Und war viel, sehr viel Arbeit. Am Ende konnte ich die Versionsnummern des offenen Briefes an Bürgermeister Olaf Scholz schon gar nicht mehr zählen. Aber nach dem x. „Finale“ hat sich der ganze Aufwand hoffentlich auch gelohnt.

Vor genau zwei Tagen, am Dienstag, den 19. September 2016, ist die Aktion KURS FAHRRADSTADT an den Start gegangen. In der Senatskanzlei kam die E-Mail an, auf Change.org wurde die gleichzeitige Unterschriftensammlung gestartet und die Website KURS FAHRRADSTADT freigegeben. Seitdem haben bereits 120 Leute unterschrieben – was für ein toller Start!

5 Forderungen an Olaf Scholz:

  1. Geschützte Radweginfrastruktur
  2. Ökonomisch nachhaltige Umsetzung
  3. Beitrag zum Klimaschutz
  4. Temporeduzierung
  5. Noch lebenswerteres Hamburg

Aus Eimsbüttel – für Hamburg.
Ohne euch alle, die „Osterstraße autofrei!“ mit zu dem gemacht haben, was es heute  ist, würde es KURS FAHRRADSTADT sicher nicht so geben. Danke!

Bevor ich hier lange rede – schaut am besten selbst mal nach. Bei Gefallen bitte nicht vergessen auch zu unterzeichnen und vor allem: Erzählt es weiter, liked und shared KURS FAHRRADSTADT, bis die Tasten glühen. Dann setzen wir eine Lawine ins Rollen – die Hamburg zur echten und ernstgemeinten Fahrradstadt machen soll.
Los geht’s!

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Schwache GRÜNE antworten auf offenen Brief

Leider schon fast ein gewohntes Bild: Stau in erster Osterstraßenbaustelle
Leider schon fast ein gewohntes Bild: Stau in erster Osterstraßenbaustelle

Die GRÜNEN haben am 19. Oktober geantwortet: *

(*Fragestellung gibt’s hier:)

Lieber Kai Ammer,

vielen Dank für deinen Brief. Offensichtlich teilst du – zumindest verkehrspolitisch – unsere Grünen Ziele und unsere Programmatik. Wir haben sie in unserem Wahlprogramm, Bürgerschaftsreden und Anträgen in der Bezirksversammlung ganz ähnlich formuliert.
Aber wie du es richtig benannt hast, haben wir mit einer Flächenkonkurrenz zu kämpfen. Wir Grünen sind nicht die einzigen, die Verkehrspolitik in dieser Stadt bestimmen, vielmehr findet sich in Wahlergebnissen und Medien immer wieder eine überwältigende Mehrheit für die alte autogerechte Stadt. Mit den vielen Stimmen, die zu diesem Umbau der Osterstraße ernsthaft fragen „warum geht schick nur ohne Autos?“, musst du dich offensichtlich nicht auseinandersetzen, wir aber schon.

Wir wünschen uns die selben Dinge wie Du, aber wir müssen uns mit Leuten einigen, die überhaupt nichts davon halten, Eimsbüttel zu einem „Experimentierfeld“ zu erklären. Wir haben über zehn Jahre lang über verschiedene Möglichkeiten für die Osterstraße – Bussiness-Improvement-District, Sperrungen, Einbahnstraßen, Diagonalsperren und Tempolimits – diskutiert. Du weißt, dass der Grüne Favorit eine Shared-Space Strecke war. Wir konnten sie am Ende nicht durchsetzen.

Aber auch mit der jetzt verwirklichten Planung gebieten wir dem Flächenverbrauch des Kfz-Verkehrs Einhalt, genau wie du es gefordert hast. Über 100 Kfz-Parkplätze sind weggefallen und Radfahren Fußgänger haben mehr Raum erhalten. Auch der ÖPNV wird mit den neuen Haltestellen am Fahrbahnrand flüssiger laufen.

Du misst Deine Erwartungen daran, „daran, was möglich wäre“. Davon ausgehend musst Du alles, was verwirklicht wird, für eine Verschlechterung halten. Wir messen die Veränderung daran, wie es vorher war. Dass dabei Verbesserungen für Rad- und Fußverkehr zustande gekommen sind, ist wohl kaum zu bestreiten.

In diesem Sinne werden wir weiter kämpfen, für eine sichere Fahrradstraße im Harvestehuder Weg, den Radfahrstreifen auf der Grindelallee und mehr Tempo 30. Wir würden uns freuen, wenn du uns in diesem Kampf unterstützt.

Beste Grüße
Fabian Klabunde,
verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bezirksfraktion Eimsbüttel

Dazu stellt „Osterstraße autofrei!“ fest:
von Kai Ammer

Die GRÜNEN machen den Eindruck, als ob sie, was die Verkehrspolitik in dieser Stadt betrifft, längst resigniert haben. 10 Jahre Kampf für Shared Space, dem selbst Experten skeptisch gegenüber stehen, scheinen nicht nur die Eimsbütteler GRÜNEN zermürbt zu haben. Das zeigt sich vor allem auch daran, dass nur wenig einfällt, um den Kern von Eimsbüttel wirklich nachhaltig vom Verkehr zu befreien. Auch wenn kürzlich Vorschläge für weitere Tempo 30 Straßen erneut bekräftigt wurden und wenn zusammen mit der SPD Eimsbüttel beschlossen wurde, Experten zum Thema zu noch stattfindenden Bezirksversammlungen einzuladen, entspricht dies nicht dem Engagement, welches ich von einer Partei wie den GRÜNEN erwarten würde.

Es ist billig, darauf zu verweisen, welche „überwältigenden Mehrheiten“ keinerlei Verständnis für Änderungen  der städtischen Mobilität hätten. Anstrengend wird es dagegen, diese Leute zu überzeugen. Nur dafür müssten die Grünen selbst erst einmal überzeugen. Abgesehen davon – gibt es nicht auch eine immer größer werdende Menge an Menschen, die kein Auto haben, nicht nur, weil sie es sich nicht leisten können, sowieso noch nie eines haben wollten oder es sogar wieder bewusst angeschafft haben, um z.B. auf Rad und ÖPNV umzusteigen? So haben in Hamburg von 1000 EinwohnerInnen „nur“ noch 402 ein eigenes Auto, Tendenz sinkend. Schade, dass hier nicht Potential entdeckt wird.

Die Wahrheit dürfte tiefer liegen. In Wahrheit werden GRÜNE vor allem auch von gut situierten Menschen gewählt, die natürlich auch viele Autos haben.  So gibt man sich mit ein paar neuen StadtRADStationen zufrieden, einer Fahrradkoordinatorin, die den Spaten erstmal für eine neue Autostraße sticht, ebenso damit, in dieser Legislaturperiode neue Express-Velorouten lediglich zu prüfen und zu planen. Man gibt sich zufrieden mit einem eigenem Umweltsenator, der zum Verkehrskomplex, einem der größten Verursacher von CO² und Stickoxiden, die eben darum sehr wohl auch die Umweltbehörde anzugehen haben, so gut wie gar nichts sagt sowie mit einigen wenigen Projekten, wie z.B. der Fahrradstraße im Harvestehuder Weg, dem Osterstraßenumbau und anderem, die größtenteils unter SPD Alleinherrschaft angeschoben wurden. Jede Wette, dass „Radwege auf die Straßen“ genauso gut auch ohne GRÜNE zu haben wäre. Vorläufig gibt es nämlich schlicht überhaupt keine andere auch nur annähernd glaubwürdige Möglichkeit mehr, dem Autoverkehr auf diese Weise noch immer größtmöglichen Platz zu sichern.

Die Sache hat nur einen Haken: Es würde bedeuten, sich nicht mehr irgendwelchen Mehrheiten anbiedern zu können, es würde bedeuten, es nicht mehr allen gerecht machen zu wollen, weil es ohnehin nicht funktioniert, würde bedeuten, die Sache verantwortungsvoll in die Hand zu nehmen und noch viel mehr bedeuten, einen Plan zu haben. Einen Plan, den man nicht nur vor Wahlen aus taktischen Gründen an die große Glocke hängt, sondern erst recht nach Wahlen verteidigt oder gar weiterentwickelt. Einen, für den es sich zu kämpfen lohnt.
Nur deshalb gibt es übrigens „Osterstraße autofrei!“.

PS: Aus Oslo kommt gerade die Neuigkeit, dass die Ölpump-Landeshauptstadt den Autoverkehr aus der gesamten Innenstadt radikal verbannen will. In 5 Jahren sollen durch so eingesparte CO² Tonnen wieder Werte mit dem Stand von 1990 erreicht werden und somit um 50% reduziert sein. Der Anteil privater PKWs mit Verbrennungsantrieb soll bis 2030 um fast ein Drittel sinken. „Es gehe nicht an, KLIMApolitische Maßnahmen immer nur zu verschieben“, ist die Begründung von Oslos Oberbürgermeister Johansen.
DAS wäre mal ein Plan für Hamburg!

Aber dafür braucht es GRÜNE, die wirklich kämpfen, und keine, die kneifen und froh sein können, überhaupt noch zweistellig wiedergewählt zu werden.

offener Brief an die GRÜNEN in Hamburg und Eimsbüttel – Verkehrsberuhigung Eimsbüttel

Leider schon fast ein gewohntes Bild: Stau in erster Osterstraßenbaustelle
Leider schon fast ein gewohntes Bild: Stau in erster Osterstraßenbaustelle

Liebe GRÜNE in Hamburg und Eimsbüttel,

an der Osterstraße beginnt der Umbau des Straßenraumes, die ersten Bagger sind zu sehen und in diesen Tagen findet der offizielle erste Spatenstich statt. Die Baustelle für den ersten Bauabschnitt wird eingerichtet, die Osterstraße ist bereits Einbahnstraße und die Autos – sie stehen im Stau. Schon mehrmals gesehen, von Schwenckestraße bis zum Heußweg geht es nur im Stop and Go vorwärts. Wahrscheinlich  ein Vorgeschmack auf das, was ab jetzt in den kommenden zwei Jahren zum Dauerzustand wird.

Dabei ginge es auch ganz anders. Wohl eher unfreiwillig hat die Stadt durch zahlreiche Sperrungen, bedingt durch Baustellen im Langenfelder Damm, Müggenkampstraße, Lappenbergsallee und Schwenckestraße, eindrucksvoll bewiesen, dass es sehr wohl möglich ist, sowohl Tempo als auch Verkehr und somit Lärm und Abgase insgesamt aus dem Quartier herauszuhalten. Zumindest in West-Eimsbüttel hat das bestens und vor allem spürbar geklappt. (Bitte seht dazu auch den Eintrag „Merkste was?! Eimsbüttel fast verkehrsberuhigt!“ auf den Seiten von „Osterstraße autofrei!“) Kaum sind die Baustellen hier wieder weg oder offen, sind die Autos alle wieder da. Und stehen in und vor der neuen Osterstraßenbaustelle in langer Kolonne.

Was hier in den letzten Wochen stattfand, kann man getrost als einen riesigen, auf Eimsbüttel maßgeschneiderten Laborversuch bezeichnen, der ganz offenbar nicht nur sehr wohl handhabbar war, sondern ebenso offenbar recht wenig Empörung in der hier lebenden Bevölkerung ausgelöst hat.

Warum nutzt ihr GRÜNEN nicht diese Steilvorlage, um deutlich mehr zu fordern? Etwas besseres kann euch doch gar nicht passieren?

Die Müggenkampstraße ist dicht gewesen. Durchgangsverkehr hatte von daher dort keine Chance. Wenn schon nicht autofrei auf Teilen der Osterstraße (warum eigentlich nicht?), dann wenigstens eine Diagonalsperre, Müggenkampstraße zur Sackgasse machen und Tempo 30 überall außer auf großen Haupt- und Bundesstraßen.

Wirklich etwas Positives von den GRÜNEN kann ich vor allem zur Verkehrspolitik in Eimsbüttel und auch hamburgweit noch immer nicht vernehmen.

Es geht um nichts mehr, als eine menschenfreundlichere städtische Umgebung zu gestalten, die selbstverständlich auch eine flexible und den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werdende Mobilität einschließt, da gerade diese ein wichtiger Aspekt urbaner Ballungsräume ist. Es geht darum, ein friedlicheres und entschleunigteres, dadurch  sichereres und klimafreundlicheres Miteinander zu fordern (Oder bleibt es nur beim Brief an VW, Herr Umweltsenator Kerstan?). Dies gelingt nur, wenn den unterschiedlichen Akteuren im Straßenverkehr die für sie jeweils sicherste und effektivste Flächenplanung zugestanden wird, die sie für individuelle Mobilität benötigen. Das bedeutet vor allem, den ungerechten Flächenverbrauch des KFZ Verkehrs mehr als nur Einheit zu gebieten. Also mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, Platz auch für autofreie Zonen, Platz für Ladestationen von E-Autos sowie Platz für weitere Rad- und Lastenradstationen. Bei gleichzeitiger Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs und somit der Motivation, in dicht besiedelten Stadtquartieren auf das eigene Auto zu verzichten, wird auch der Platz vorhanden sein für all jene, die, aus welchen Gründen auch immer, auf ein eigenes KFZ unbedingt angewiesen sind.

Klein anfangen ist aber immer gut.
Das Versuchslabor Eimsbüttel bietet sich da bestens an.

Was sagen die GRÜNEN dazu, wie wollen sie oben beschriebene Effekte hier konkret erreichen? Kann man aus den diversen Bausstellensperrungen der letzten Zeit wirklich nichts lernen?

Nur zwei Dinge möchte ich bitte nicht von euch hören: Dass vieles nicht geht, weil der Verkehr sonst durch die Nebenstraßen fließt (auch im Stellinger Weg ist kreativ-sein zur Beruhigung schließlich erlaubt!). Und dass zweitens anderes nicht ginge, weil es erst stadtweit Lösungen geben müsse, die vielleicht mal irgendwann, wenn überhaupt, nach dem Sankt Nimmerleinstag kommen.

Es wäre schön, wenn die GRÜNEN das Experimentierfeld Eimsbüttel nicht achtlos dem Gang der Dinge selbst überließen, sondern sich offensiv und für jedermann sichtbar und nachvollziehbar für wirklich starke Verbesserungen der Lebensqualität in diesem Quartier (und anderswo) einsetzen würden. Ich kann und will nicht glauben, dass grüne Politik tatsächlich nur noch darin bestehen soll, durch Krötenschlucken hart erkämpfte kleine Erfolge im nächsten Moment gleich wieder in den Sand zu setzen. Traurig genug, dass Hamburgs neue Fahrradkoordinatorin ausgerechnet für den Osterstraßenumbau ihren ersten medienwirksamen Spatenstich machen soll, wo doch vor allem die Radfahrer am Ende – gemessen daran, was möglich wäre – die größten Verlierer sind (siehe auch „Bummler stechen Radler aus“ und „So sieht’s aus…“).

Mit den besten Grüßen

Kai Ammer

Verkehr und Umweltschutz gemeinsam denken – Brief an GRÜNE

Gastbeitrag

von Christine Stecker
Ein Brief an die GRÜNEN

Liebe GRÜNE,
als engagierte Bürgerin, die sich seit langem politisch neutral für ein umweltfreundlicheres Hamburg einsetzt, möchte ich Sie im Zuge der Koalitionsverhandlungen zu einer ganz konkreten Projektidee informieren (s.u. = Neuland STRASSE und „Alles Glück liegt auf der Fahrbahn“).

Geben Sie nicht nur Kai Ammer sondern auch mir die Zuversicht zurück, dass es sich noch lohnt, sich für diese Stadt mit den richtigen weil für alle menschenfreundlichen, zukunftsweisenden und nachhaltigen Ideen einzusetzen! Gerade in Eimsbüttel herrscht Bürokratie pur und selbst in bezirklichen Entwicklungsworkshops hört Bürgerin und Bürger nur Bedenken, Ängste und Einschränkungen von der Politik was diesen Stadtteil angeht. Die Zukunft wird jedoch nur so wie wir sie selbst gestalten. Für die Osterstraße werden gerade kostenintensiv die Weichen für die nächsten Jahre gelegt und wieder wird anscheinend eine Chance vertan, konsequent zu Ende gedachte Konzepte umzusetzen.

Gerade Verkehrspolitik ist auf langjährige Sinnhaftigkeit anzulegen – hier muss Politik über seinen eigenen zeitlich getakteten Rhythmus weit hinausdenken. Das intelligenteste Konzept sollte siegen, nicht die Parteicouleur und momentane Stimmung. Machen Sie uns also bitte z.B. in einem Faktencheck positiv verständlich wie sich die Verkehrsströme in Hamburg entwickeln werden, was das für unsere Luft und Sicherheit bedeutet, welche Konzepte eine gute, gesunde und stressfreie Fortbewegung unter- und überirdisch in einer sich verdichtenden Stadt beinhalten. Das sollte m.E. ebenfalls mehr sein als das alleinige Rufen nach der Stadtbahn. Ein attraktiver ÖPNV, Velorouten, Lastenradstationen, Vorrang für Fußgänger (siehe Niederlande,) gefahrlose Fußwege uvm bestärken den Umstieg auf PKW-freie Mobilität. Momentan verteuert sich der ÖPNV jährlich, ist in einem unverständlichen Tarifsystem verzettelt und sozial unverträglich. Die Kosten für den Erhalt der Straßen werden dagegen nicht auf die Nutzer umgelegt? Schauen Sie sich für eine x-beliebige Straße den Flächenverbrauch an, der momentan alleine für PKW-Fahrstreifen und -parkplätze verbraucht werden. Hamburg hat so lange Themen ausgesessen, dass man jetzt von anderen Städten lernen kann ob und wenn ja was City-Maut und Umweltzone, Beschleunigungen etc. ökologisch bringen. Politik wird dann wieder sympathisch, wenn dieser Allmachtsgedanke des „wir wissen es besser“ begraben wird. Keiner weiß alles, auch Politik nicht. Komisch, dass andere Städte sich nicht zu schade sind, Experten wie Jan Gehl zu Rate zu ziehen (s.u. = „Alles Glück liegt auf der Fahrbahn“), Hamburg gefühlt aber immer alles ordentlich durchregiert alleine hinbekommen will und sich noch nicht einmal schämt wenn es dabei im Vergleich zu anderen Bundesländern bzw Metropolen ordentlich hinschlägt.

Vielen Dank und viel Erfolg bei der Aushandlung der notwendigen Forderungen, damit Hamburg endlich visionär und experimentierfreudig in seiner Entwicklung unter den Metropolen mitspielt, bei dem auch die Kreativität der HamburgerInnen nicht nur in bunte Broschüren Einzug findet, sondern umgesetzt wird. Ansonsten wird es hier vielleicht mit Bürgerwillen olympische Spiele geben aber in die Geschichte wird Hamburg als autofreundlichste und damit städteplanerisch rückständigste Metropole eingehen.

Herzliche Grüße
Christine Stecker

Offener Brief an GRÜNE Eimsbüttel – Antwort ist da

Lieber Kai Ammer,
zunächst vielen Dank für die Glückwünsche und eine persönliche Entschuldigung für die verspätete Rückmeldung.
Wir arbeiten seit vielen Jahren daran, in der Osterstraße den fließenden und ruhenden KFZ-Verkehr zu reduzieren. Zuletzt scheiterte unsere Idee von Shared Space. Nun befinden wir uns seit drei Jahren in einem neuen Anlauf mit dem Eimsbütteler Fahrradroutenkonzept. Wir wollen durch Fahrradstreifen, weniger Parkplätze, schmalere Kreuzungsbereiche und breitere Gehwege die Osterstraße menschenfreundlicher zu gestalten. Es läuft bereits ein Bürgerbeteiligungsverfahren, bei dem diese Pläne bisher von AnwohnerInnen, Verbänden, Gewerbetreibenden usw. positiv aufgenommen wurden.
Deine Idee, die Osterstraße ganz vom Autoverkehr zu befreien ist uns sympathisch, auch wir haben sie immer wieder bewegt. Aber wir haben dafür nie eine Mehrheit gefunden, deshalb wollen wir uns nicht mitten im Umbauprozess der Osterstraße vom Fahrradroutenkonzept verabschieden und für ein neues Konzept werben. Die EimsbüttelerInnen haben bei der Bürgerbeteiligung die Möglichkeit, weiterreichende Ideen zu favorisieren. Zudem ist die Entwicklung der Osterstraße mit der derzeitigen Umgestaltung sicher nicht abgeschlossen und eine Weiterentwicklung möglich.
Was das Zitat im Wochenblatt angeht, das Du als „völlig planlos“ bezeichnet hast: meine Aussagen wurden im Wochenblatt grob verzerrt wiedergegeben. Ich habe Herrn Savigny gegenüber meine Sympathie für die Initiative „Osterstraße Autofrei“ ausgedrückt (hat er weggelassen) und gesagt, dass ich aktuell dennoch die Verwirklichung des Radroutenkonzeptes für die Osterstraße für aussichtsreicher halte. Meine Aussagen bezüglich der KFZ-Interessen von Taxis Bussen und Gewerbetreiben waren eine indirekte Widergabe von deren Positionen und entsprachen weder der Meinung der Grünen noch meiner eigenen.
Ich gestehe reumütig, dass es höchste Zeit ist, mit Dir über Deine und unsere Ideen zu diskutieren und lade Dich (und Deine MitstreiterInnen) herzlich zu einem Treffen in unsere Geschäftsstelle ein.
Wir wünschen Dir viel Erfolg!
Beste Grüße
Fabian Klabunde
Kommissarischer Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bezirksfraktion Eimsbüttel

GRÜNE Eimsbüttel völlig planlos

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Mit GRÜNEN nur alles grau in grau? Schade…

+++ keine Reaktion auf offenen Brief an GRÜNE Eimsbüttel +++

Bis heute, den 5. Juni 2014, haben es die GRÜNEN in Eimsbüttel nicht geschafft, auf die Fragen, die ich ihnen im Rahmen der Aktion „Osterstraße autofrei!“ am 28. Mai 2014 gestellt hatte, eine Antwort zu geben, geschweige denn Stellung zu beziehen. Das ist, gerade vom frischen Wahlsieger im Stadtteil, ein – wie ich finde – recht schwaches Bild.

Hier für alle, die den offenen Brief an den Kreisverband der GRÜNEN in Eimsbüttel noch nicht kennen, zum Nachlesen

Das Einzige, was ich zum Thema von den GRÜNEN vernommen habe, war ein Statement vom Verkehrspolitischen Sprecher der GRÜNEN im Bezirk Eimsbüttel, Fabian Klabunde, welches ich einem Artikel (Quelle: „Er will die Osterstraße autofrei haben!“, 4.6.2014, Elbe Wochenblatt – Eimsbüttel) entnommen habe, der wegen „Osterstraße autofrei!“ erschienen ist.

[…]
Zuletzt wollten die Grünen hier eine „Shared-Space-Zone“ einrichten: Fußgänger, Rad- und Autofahrer wären dort gleichberechtigt. Doch zurzeit will Fabian Klabunde, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Bezirk Eimsbüttel, nichts von solchen Ideen wissen. „Mit dem HVV, den Taxifahrern und den Geschäftsleuten der Osterstraße gibt es zu viele Parteien, die vom Autoverkehr abhängig sind. Für uns steht jetzt der geplante Umbau im Vordergrund.“
[…]

Lieber Herr Klabunde:
HVV und Taxen sind, wenn Sie dazu gekommen sein sollten, sich „Osterstraße autofrei!“ einmal anzusehen, überhaupt kein Problem.
Zudem steht für „Osterstraße autofrei!“ nichts anderes als der geplante Umbau der Osterstraße im Vordergrund.
Für eine Partei, die sich auch und gerade für einen ökologischen Wandel stark macht (oder habe ich da etwas verpasst?), gehört es schlicht zum Pflichtprogramm, entsprechende Überzeugungsarbeit zu leisten. Bei genau den Parteien, die angeblich vom Autoverkehr abhängig sind. Oder sind damit die GRÜNEN selbst gemeint? Von den GRÜNEN in Eimsbüttel hätte ich da mehr erwartet – deutlich mehr…

 

 

 

Mehr Grün, mehr Rad, mehr Menschlichkeit – offener Brief

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Mehr Grün, mehr Rad, mehr Menschlichkeit – wieder eingesammelte Wahlplakate

+++ Offener Brief an die GRÜNEN Eimsbüttel +++

Herzlichen Glückwunsch GRÜNE in Eimsbüttel! 23,1% im Bezirk und traumhafte 35%  und somit Wahlsieg im Stadtteil, das ist ein Wahnsinn, der allerdings auch verpflichtet.

„Mehr Grün, mehr Rad, mehr Menschlichkeit“ wurde im Wahlkampf an allen Ecken plakatiert, schöne Worte – nur hoffentlich nicht gleich vergessen, nach der Wahl, wenn die Plakate wieder eingesammelt sind.

Liebe Grüne in Eimsbüttel,
obwohl ich den Grünen Kreisverband in Eimsbüttel schon neulich einmal anschrieb, obwohl ich Flyer in den Briefkasten des Büros an der Methfesselstraße eingeworfen habe und obwohl es auf dem Osterstraßenfest ein nettes Gespräch an Eurem Stand gab, hat sich von den Grünen bisher noch niemand zu meiner Initiative „Osterstraße autofrei“ geäußert. Eure Positionen im Bezug auf meine Initiative interessieren allerdings mich und viele andere, die ebenso für eine autofreie Osterstraße sind, natürlich ungemein.

Meine zentrale Frage lautet:
Wie stehen die Grünen in Eimsbüttel (Bezirk und Stadtteil) zu einer (zumindest teilweisen) autofreien Osterstraße?

In Eurem Wahlkampf-Flyer für die Bezirkspolitik [PDF Download, 3,6 MB] stehen folgende Punkte, für die Ihr Euch einsetzt:

  • Straßenraum gerecht verteilen
  • Attraktivität der Stadtteilzentren stärken
  • Nachhaltige Verkehrskonzepte und Stärkung des ÖPNV
  • Soziale und nachhaltige Stadtplanung

Gerne würde ich von Euch erfahren, was diese vier Punkte für Euch in Bezug auf die Osterstraße genau bedeuten. Speziell und nur was die Osterstraße betrifft.

Wie wollen die GRÜNEN Eimsbüttel Klimaschutz an der Osterstraße betreiben? Nur durch Tempo 30?  Flüsterasphalt, Blockheizkraftwerke? (Wahlprogramm Grüne Eimsbüttel – [PDF Download, 1,83 MB]) Oder geht mehr?

Auf Antworten zu diesen Fragen würde ich mich sehr freuen. Ich werde die Antwort selbstverständlich hier und 1:1 für Jedermann- und Frau sichtbar machen.

Vielen Dank und eine tolle, erfolgreiche grüne nächste Legislaturperiode in Eimsbüttel wünscht

Kai Ammer