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So sieht’s aus…

Schöne Idee - bleibt ein Traum...
Schöne Idee – bleibt ein Traum…

Die letzte große Vorstellung der Umbaupläne vor Beginn der Bauarbeiten in der Osterstraße ist gelaufen, der Vorhang gefallen. Bereits ein viertes Mal wurden die EimsbüttelerInnen ins Hamburg Haus zur Informationsveranstaltung eingeladen, um diesmal den vorläufigen Endzustand der Planungen präsentiert zu bekommen. Ab September sollen dann die Bagger rollen.

Um es ganz kurz zu sagen:
JA, sicherlich geht es in die richtige Richtung.
Und NEIN, wirklich zuende gedacht ist auch dieser Plan nicht.

Die Straße wird schöner werden, keine Frage. Wahrscheinlich werden auch ein paar weniger Autos in Zukunft hier fahren. Der Fußgänger bekommt deutlich mehr Platz, die Räder müssen auf die Straße und die Hälfte der Parkplätze fällt weg.

Der adfc erwähnt in seiner Pressemitteilung zum letzten Stand der Osterstraßendinge [„Wie Fahrradfreundlich wird Hamburg?“, adfc Hamburg, 30. Juni 2015], dass ihn die Planungen sehr an die Shared Space Ideen aus dem Jahre 2008 erinnern würde. Shared Space wurde in Hamburg niemals umgesetzt und ist vor nicht allzulanger Zeit zu recht selbst aus den Konzeptschubladen wieder verbannt worden.

Einer, der es wissen muss, bringt es auf den Punkt: Jan Gehl, einer der gefragtesten Urbanisten der Welt, schreibt in seinem Buch „Städte für Menschen“ , dass eine Mischung des Verkehrs sicherlich möglich ist, nicht jedoch auf Basis einer Gleichwertigkeit aller VerkehrsteilnehmerInnen, wie es etwa das Shared Space Konzept voraussetzt. Fußgänger kämen allerdings auch gut mit Autoverkehr zurecht, wenn für alle Verkehrsbeteiligten klar geregelt sei, dass Fußgänger Priorität haben. Wo dieses nicht möglich sei, bliebe nur eine klare Trennung der Fußgänger vom übrigen Verkehr.

Fußgängern wird also großzügig mehr und vom übrigen Verkehr getrennter Raum zugebilligt, dafür hapert es aber mit der Gleichwertigkeit der VerkehrsteilnehmerInnen an anderen Stellen gewaltig. So müssen sich RadfahrerInnen immer dort, wo der dürftige Schutzstreifen nur noch in Piktogramme ohne Streifen jeglicher Art übergeht, wieder in den fließenden motorisierten Verkehr einfädeln. Das ganze sei ein Pilotprojekt und könne ja womöglich eine Vorstufe zu einer zuküntigen Fahrradstraße sein, so die mutige Aussage eines Planers. Auf der selben Veranstaltung klärt er aber auch darüber auf, dass Einbauten, wie sie auf den geriffelten Querungsmittelstreifen geplant sind, auch wieder abgebaut werden könnten, wenn sie dem Ausweichverkehr im Weg sein sollten. Wie zu sehen, wenn man die beiden Planungsversionen von Oktober 2014 und Juni 2015 vergleicht [Mediathek Stadtraumerneuerung Osterstraße], schien bereits einiges im Weg gewesen und inzwischen eliminiert zu sein. Vorrangschaltungen für Radler und auch für Fußgänger an den Ampeln bleiben Wunschkonzert. Tempo 30, welches nun endlich auf Teilen der Bundesstraße eingeführt wurde [„Auf der Bundesstraße gilt Tempo 30“, Eimsbütteler Nachrichten, 16. Juli 2015], bleibt trotz zahlreicher Interessierten- und Anwohnerwünsche an der so stark belebten, von Menschen allen Alters und sehr vielen Kindern frequentierten Osterstraße selbstverständlich ebenso in unerreichbarer Ferne.

Lebensqualität, saubere Luft und weniger Lärm scheinen für die Eimsbütteler Bezirksregierung Zustände zu sein, die auf keinen Fall irdischer Natur sein können. Selbst bei der Bürgerbeteiligung des Amtes wurden die Wünsche geäußert, Tempo 30 und sogar autofrei wenigstens ernsthaft zu prüfen. Auch wenn nur ein paar Leute ihr Stimmchen abgegeben haben, ist immerhin etwa die Hälfte für derartige Lösungen. Man staune: Obwohl die Hälfte der Parkplätze entfallen soll, hört man auf den Infoveranstaltungen nur recht wenig Einwände dagegen. All das wird allerdings genauso geflissentlich ignoriert wie die über 500 Unterschriften, die „Osterstraße autofrei!“ gesammelt hatte. Darüber gab es hier schon einmal einen Artikel, der die Pseudo-Bürgerbeteiligung unter die Lupe nimmt [„Bürgerbeteiligung nur Farce,“ Osterstraße autofrei!“, 6. Juli 2014 sowie dessen Kommentar samt Link dazu].

Wie in allen drei vorherigen Informationsveranstaltungen wird dagegen auf eine beinahe schon monströse Vorgeschichte der Osterstraßenplanungen hingewiesen und man lobt sich, dass man es sogar geschafft hat, mit 42 Schnittstellen zusammengearbeitet zu haben. Dafür ist das Ergebnis, abgesehen davon, dass optisch mächtig aufgebrezelt wird, mehr als peinlich.

New York hat das vor einigen Jahren viel simpler gemacht. Heute freuen sich die Menschen in Big Apple über einen überwiegend autofreien Times Square und einen Broadway, der in Teilen zur Fußgängerzone geworden ist. Die Ergebnisse und Erfahrungen, die hier gemacht wurden und werden, sind mehr als beeindruckend. „Learning from Broadway“ [Gehl Architects Blog, 18. Juni 2010] sollten sich die Eimsbütteler und Hamburger ChefplanerInnen lieber noch einmal ansehen, ebenso den Artikel „Leben zwischen den Häusern“ [Greenpeace Magazin, März 2015, Broadway erst kurz vor Artikelende!]. Denn bevor der Broadway umgebaut wurde, wurde  er kurzerhand über einige Monate befristet für den Autoverkehr gesperrt und Stühle auf die Straße gestellt. Mehr brauchte es nicht, um einen Stein mächtig ins Rollen zu bringen.

In Eimsbüttel dagegen ticken die Uhren anders.  Ursprungspläne werden verwässert, Autos dürfen Busse wieder überholen. Testphasen, günstig und einfach zu haben, sind hier ohnehin nicht nötig.

Nicht einmal für „Neuland STRASSE“ gibt es bisher eine Zusage. Dem Projekt, welches nur einen kleinen Teil der Osterstraße und diesen auch nur für drei Tage sperren lassen wollte, um neben einem Forum für nachhaltige Verkehrs- und Stadtplanung ganz einfach zu demonstrieren, was alles möglich wäre. Um es genau zu sagen, haben wir noch immer keine offizielle, endgültige Stellungnahme erhalten, nicht einmal ein Gesprächsangebot. Dass wir dabei auch noch als ein Pilotprojekt mit einem interessanten Stadtentwicklungsprojekt zusammenarbeiten (Stadtmacher), welches vom Bund gefördert wird, Schwamm drüber. Deutlicher kann man wohl nicht zum Ausdruck bringen, dass echtes Interesse an nachhaltigen Veränderungen nicht vorhanden ist.

Vielleicht denken wir von „Osterstraße autofrei!“ in der Tat zu visionär für die hiesigen PolitikerInnen. Mag sein, dass wir unserer Zeit schlicht zu weit vorraus sind und uns weitere 20, 30 Jahre mit dem Status quo abfinden müssen. Es gibt nur eines, was beim Osterstraßenumbau glasklar ist: Eimsbüttel hat sich wieder für das Auto entschieden. Das ist vor allem eines –
die menschenfeindlichste Lösung schlechthin.
Und 7 Millionen Euro teuer.

weitere Links:
„Einbahnstraße Osterstraße“, Eimsbütteler Nachrichten, 2. Juli 2015
„Stadtraumerneuerung Osterstraße“, offizielle Webseite der Stadt.

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Bummler stechen Radler aus

Wenn's dunkel ist, fast autofrei...
Wenn’s dunkel ist, fast autofrei…

Zuletzt gab es jeweils zwei Informationsveranstaltungen, eine für die Gewerbetreibenden und eine für die“Öffentlichkeit“. Zumindest die letzte Zusammenkunft für die Geschäftsleute war aufgrund des leider erschreckenden Desinteresses und nur sehr wenigen erschienenen Geschäftsleuten eine müde Schnarchveranstaltung die mehr dem Selbst-Entertainment des Podiums diente. In Zeiten knapper Kassen hat der Bezirk dieses Privileg diesmal abgeschafft und nur noch einen Termin für alle gesetzt. Also begab sich die interessierte Eimsbüttelschaft letzte Woche schon das dritte Mal ins Hamburg Haus, um zu erfahren, was für Schönheit aus 7 Millionen Euro entstehen soll. Bei der vorgestellten Planung handelt es sich noch nicht um die Endfassung, allerdings ist wohl nur noch mit wenigen eher kleinen Änderungen zu rechnen, wenn es überhaupt zu welchen kommen sollte.

„Schönheit“ ist, auch wenn man über Geschmack bekanntlich streiten kann,  ein recht guter Ausdruck für das, was der Bezirk an der Osterstraße vorhat – im Gegensatz zu Begriffen wie „Vernunft“, „durchdacht“ oder „nachhaltig“.

„Schön“ wird es in Zukunft für alle, die zu Fuß unterwegs sind – sie bekommen etwa 3000 m² mehr Platz  als bisher. Wo es sich bald gut bummeln lässt, müssen die Radfahrer weg – sie kommen auf die Straße und dürfen sich dank diverser Stellen vor allem zwischen Heußweg und Methfesselstraße, an denen es nicht einmal mehr Schutzstreifen gibt, mit den Autos um den verbliebenen Platz zoffen. Neu ist noch, dass das „Betrachtungsgebiet“ ein wenig vergrößert wurde und sich auch das Stückchen Heußweg bis zur Ecke Stellinger Weg über neue Schönheit (Kreisel) freuen kann. Das Beste: Die Hälfte der Parkplätze wird mal eben abgeschafft.

„Osterstraße autofrei!“ hat das Ziel, die Lebensqualität dieser Straße und somit Eimsbüttels insgesamt deutlich zu stärken, so gesehen ist erstmal alles, was dem Menschen wieder mehr Platz gibt, ein Schritt in die richtige Richtung. Die Vision ist allerdings eine andere und darum gibt es natürlich auch jetzt wieder eine ganze Menge Dinge, für die einige Leute lieber noch einmal ihren Kopf benutzen sollten statt gleich zum Bagger zu greifen.

Tatsächlich bekommen wir es, wie es schon auf der letzten Info-Veranstaltung angekündigt wurde, mit tollen „Griffelpflastersteinmittelstreifen“ zu tun, die das Überqueren der Straße deutlich vereinfachen sollen. Immerhin zählten die Planer an mehreren Stellen bis zu 200 Fußgängerüberquerungen pro Stunde außerhalb der Ampelbereiche (Präsentation zweite Informationsveranstaltung vom 3.7.2014 – Seite 65) . Die Mittelstreifen werden nun dort eingeplant, wo die Straße verbreitert werden kann. An anderen Stellen wird die Straße verengt und dadurch eine Querungshilfe erreicht. Für Autos entsteht so ein „Rhythmus“, denn sie müssen schlängelnd durch die Straße manövrieren. Soweit so gut.

Human zu planen, heißt aber auch, nicht nur  an junge und knackige Mitbürger im besten Alter zu denken, sondern auch an die, die mit der schnellen Welt um uns herum nicht so klar kommen. Human zu planen, sollte heißen, auch an Kinder und alte Menschen zu denken. Gerade die Mittelstreifen werden, erst recht wenn tausende Leute sie nutzen werden, für Kinder zur Gefahr. Sie werden wahrscheinlich dazu verleitet, die Fahrbahn noch eher zu betreten als es heute der Fall ist. Will man als Eltern den verkehrserzieherischen Verpflichtungn nachkommen, bleibt, wie alten Menschen wahrscheinlich auch, nur der diskriminierende Umweg zur nächsten Ampel.

Ein oder zwei zusätzliche Bedarfsfußgängerampeln (die dann aber auch pronto umspringen!) in den Straßenabschnitten (und Zebrastreifen dort, wo der Bus nicht mehr fährt) würden die Sache ganz schnell ganz anders aussehen lassen: Autos MÜSSEN hier halten, einen sichereren Überweg gibt es nicht. Für den Bus wird ein Busbeschleuniungssensor angebracht. Geht ja gerade überall woanders auch…

Frau Piening vom Bezirksamt antwortete auf meinen entsprechenden Hinweis dass man ja eben an die Fahrbahnverengungen gehen könne, wo man alles überblicken könne. Mit Theorie und Praxis ist das aber immer so eine Sache. Eine konkrete Antwort zu meinen Bedenken schon mal gleich gar nicht.

Der Taxistand kommt in den Heußweg gegenüber von Karstadt und Stadtradstationen dafür vor den Wurstgrill sowie an die Bushalte Schulweg. Ansonsten kommen schicke neue Bänke und Gehwegsteine in schöner Optik samt neuen trapezartigen Einfassungen um die Bäume, auf denen man, das wurde nicht so ganz klar, eventuell auch sitzen kann. Keine Frage – der Fußgänger ist, als der am häufigsten dort vorkommende Verkehrsteilnehmer, auf jeden Fall ein Gewinner. 

Die Pseudoverlierer Autofahrer büßen zwar ein wenig Platz ein und müssen diesen noch dazu mit den Radfahrern teilen, aber da sie ja mit Knautschzone und oftmals einem ganz anderem Selbstverständnis unterwegs sind dürfte klar sein, wer, trotz auf dem ersten Blick besserer Konditionen, die wahren Verlierer sein dürften: Alle diejenigen, die sich mit dem Rad bewegen. Nicht einmal durchgängige Schutzstreifen gibt es, Fahrradstreifen schon mal gleich nirgends. Dafür wird an allen Kreuzungen bis auf an der Methfesselstraße das indirekte Abbiegen eingeführt. Radfahrer brauchen also, wenn sie regelkonform abbiegen wollen, doppelt so viel Zeit wie Autofahrer und doppelt soviel Zeit als heute, wenn sie auf der Straße fahren. Das mag an großen Straßen vielleicht ganz sinnvoll sein, aber hey, dies ist nur die Osterstraße! Warum nicht den Radfahrer-Halteplatz komplett durchgezogen vor der Haltelinie der PKW’s – an Kreuzungen wie Hellkamp oder Schwenckestraße?!? Warum sagt keiner was? Wo bleibt der Aufschrei? Wollten die GRÜNEN nicht kämpfen, wenigstens für’s Rad, ein bißchen? Und ADFC schluckt nur mal kurz? Warum geht dieser „Skandal“ eigentlich nicht durch die Presse? Ist euch denn all dies plötzlich egal? Und das, obwohl der Wahlkampf beginnt?!

Das ist noch immer nicht alles, schließlich wird die Osterstraße in Zukunft sogar grüner werden. 3 Fällungen sind unvermeidlich, dafür denken die Planer aber tatsächlich auch einmal nachhaltig, denn bis zu 40 Bäume werden neu gepflanzt, ein großer Teil davon gleich auf die bisweilen sogar begrünten Mittelstreifen.

Was soll man nun davon halten?
Es wird sich zeigen müssen, wie sich diese „Designer-Straße“, die eigentlich keine solche sein will, nach dem Umbau in der Praxis bewähren wird. Es ist klar, dass diese Straße in Zukunft nicht mehr die gleichen (KFZ) Verkehrsmengen aufnehmen kann wie früher, dafür sorgt die Verlangsamung durch all die fleißig querenden Fußgänger und die verengten Stellen schon ganz von alleine – das ist auch gewollt. Die heutige Durchschnittsgeschwindigkeit, die bei etwa 40 Km/h liegt, dürfte sich noch mehr in Richtung Tempo 30 verschieben. Sehr kritisch dürfte es aber werden, wenn Lieferfahrzeuge oder Wildparker meinen, sich auf die Radschutzstreifen stellen zu müssen. Dann wird es richtig eng und der Kampf beginnt. Rechts ein LKW, kurz davor donnert gerade jemand die Autotür beinahe an die Rübe und in der Gegenrichtung steckt der Bus fest. Da steckt die geballte Ladung Konfliktpotenzial drinnen,  brauchen vor allem Radler ordentlich Nerven…

Sehr interessant jedenfalls ist die Tatsache, auf wie wenig Widerstand die geplante Halbierung der Parkplätze an der Osterstraße gestoßen ist. Die Planer – und auch das Amt – scheinen immerhin erkannt zu haben, worauf es in Zukunft vor allem ankommt, nur trauen sie sich einfach nicht (vielleicht dürfen sie auch noch nicht), den Weg konsequent zu Ende zu denken und zu gehen. Sollte es zu großes Konfliktpotential nach dem Umbau geben und deshalb nachgebessert werden müssen, wird es nur sehr schwer politisch vermittelbar sein, warum ausgerechnet an dieser Straße der den Fußgängern gerade neu gegebene Platz gleich wieder abgeknappst werden sollte. Da geht’s dann anderen platzmäßig an die Gurgel. Auf wundersame Weise wird sich auch dann noch irgendwo in Milliönchen auftun, um damit dann das einzig Richtige zu tun.

Denn „Osterstraße autofrei!“ war und ist die beste Alternative für Eimsbüttel, für Fußgänger UND Radfahrer, für die es sich lohnt sich weiter und offensiv einzusetzen! Neue, schöne und Schatten bringende Bäume sind ja dann schon in weiser Vorhersehung in die Mitte der dann autofreien Zone gepflanzt worden……

 

Die ganze Präsentation der letzten Informationsveranstaltung inklusive der Vorentwurfspläne gibt es hier vom Bezirksamt Eimsbüttel.

Einen recht ausführlichen Bericht über die Versammlung gab es in den Eimsbütteler Nachrichten („Osterstraße mit Rhythmus“, 29.10.2014)

 

 

 

 

 

Presse benennt Probleme

Gestern erschien der Artikel vom Elbe-Wochenblatt bereits im Netz, heute wurden die Zeitungen wieder verteilt. Recht umfangreich berichtete die Zeitung von der letzten Informationsveranstaltung am 3.7.2014 im Hamburg Haus. Osterstraße autofrei machen? Sei schwierig, viele Probleme allerdings „gewissermaßen hausgemacht“, weil „Bewohner der umliegenden Quartiere die [Oster]Straße mit ihren vielen Autos verstopfen“ würden.

Auch die Eimsbütteler Nachrichten melden sich zu Wort und bringen einen großen Artikel. „Die Stadtplaner und die Verwaltung wirken erleichtert, in Sachen Autofreiheit immer wieder auf die eingeschränkte eigene Kompetenz hinweisen zu können: Solche Pläne ließen sich nur unter Mitarbeit der Verkehrsbehörde umsetzen.“

Wenn es also das Problem ist, dass nur die Verkehrsbehörde weiterhelfen kann, dann soll sie es doch bitte einfach tun! Unterzeichnet noch heute den Appell für eine autofreie Osterstraße, nur noch 5 Tage, um entsprechenden Druck auf die Bezirkspolitik auszuüben. 510 Bürger sind bereits dabei.
Jede zusätzliche Stimme zählt! Jetzt!

Eimsbüttel zeigt Flagge!

flagge zeigen
…und alle machen mit!

Wir sind schon über 400! Toll!
Hallo an alle, die dabei sind!

Unbedingt vormerken: Morgen, 3. Juli, 19:00 Uhr, Hamburg-Haus am Doormannsweg –
nächste öffentliche Infoveranstaltung

Als Reaktion auf den offenen Brief an die Grünen in Eimsbüttel wurde ich von Fabian Klabunde, dem verkehrspolitsichen Sprecher der Grünen in Eimsbüttel, zu einem Treffen eingeladen. Dabei gesellten sich noch 4 Mitstreiter dazu – herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal für Eure Unterstützung!

Beinahe zwei Stunden wurde über „Osterstraße autofrei!“ und die Vorschläge der Grünen diskutiert, das Für und Wider und so weiter und so fort.
Die wichtigste Erkenntnis des Abends ist aber gewesen, dass wir alle uns absolut einig sind, dass die kommende Info-Veranstaltung am 3. Juli ein wichtiger Meilenstein wird: Hier präsentiert der Bezirk die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung aus dem Infocontainer und hier soll er sehen, dass es viele Eimsbüttelerinnen und Eimsbütteler gibt, die sich nichts sehnlicher wünschen, als eine autofreie Osterstraße. Hier soll und MUSS Flagge gezeigt werden! Hier muss ein bleibender Eindruck entstehen! Sicher wird Presse vertreten sein und viele Parteimenschen in den Reihen der Zuhörer sitzen. Diese einmalige Chance sollte genutzt werden – von allen, die hinter der Idee einer autofreien Osterstraße stehen.

Seid kreativ! Malt Plakate, Transparente, bedruckt Luftballons, Fähnchen, was immer Euch einfällt! Wer sagt denn, dass diese Mittel immer nur zu Protestzwecken eingesetzt werden sollen? Das geht auch andersrum, und wie!

Einer der Mitstreiter hat die Idee geäußert, dass sich möglichst viele T-Shirts mit dem Slogan „Osterstraße autofrei!“ bedrucken lassen und damit auf der Versammlung erscheinen. Tolle Idee!

flagge zeigen tschirt

Das Motiv für T-Shirt Druck zum Download (abspeichern) gibt’s hier

logo_autofrei_OP

Das Logo in größerer Ausführung und eher quadratisch gibt’s hier

Osterstraße autofrei JETZT

Schnell gemacht und sicher auch effektvoll: Druckt Euch einen A4 Zettel aus, den Ihr hoch halten könnt. Wir brauchen ein Meer von „Osterstraße autofrei!“ auf dieser Versammlung!

A4 „Osterstraße JETZT!“  [PDF Download]

Bei der letzten und ersten Infoveranstaltung waren etwa 200 Leute anwesend. Wir sind schon 381! Kommt zahlreich, um unserem ureigenen Anliegen mächtig auf die Beine zu helfen.
Diese Chance kommt nicht wieder!

 

Griffelpflasterwunder- mittelstreifen oder: Wie die neue Osterstraße werden soll

tatsächlich
„Mehr-Platz-Wunder“ Griffelpflaster-Mittelstreifen

Langsam kristallisiert sich heraus, wohin die Reise auf der Osterstraße gehen soll. Gestern fand nämlich die zweite Informationsveranstaltung statt – für die Gewerbetreibenden. Etwa 30-40 Geschäftsleute waren anwesend – ich hätte doch deutlich mehr Interesse seitens der Gewerbetreibenden erwartet.

Mit Spannung verfolgten wir, was die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wohl aussagen würden. Diese fand in zwei wesentlichen Teilen statt: Erstens gab es eine Passantenbefragung, zweitens eben die „Container-Woche“.

Bei der Passantenbefragung wurden vom 10. – 28. Mai 1722 Leute überall auf der Osterstraße interviewt. Fragen waren: Woher kommen Sie? Wie sind Sie hier? Wo wollen Sie hin? Wo wohnen Sie? Haben Sie hier eingekauft?

Interessant fand ich vor allem diese Ergebnisse:
wie gekommen

86,6% der befragten Passanten kamen NICHT mit dem Auto an die Osterstraße. Sie kamen zu Fuß (34%), mit der Bahn (22,4%), mit dem Rad (19,2%) und mit dem Bus (10,6%) = autofrei!

wo wohnen

Woher kommen Sie? 87,4% kommen aus dem Bezirk Eimsbüttel, allein 50% sogar nur aus dem Stadtteil. Diese 50% erreichen die Osterstraße in wenigen Minuten auch anders als mit dem Auto. Mit dem Auto an die Osterstraße zu fahren muss also ganz offensichtlich nicht unbedingt sein = autofrei!

tempo

Schnelles Vorankommen kann man vergessen: 85% des täglichen Verkehrs ist mit weniger als 40 Km/h unterwegs, 45% sogar schleichen mit weniger als Tempo 30 daher. Die Straße als schnelle Durchfahrtsstraße muss also auch nicht sein – weil sie es eh schon nicht ist. Also warum dann nicht autofrei?

Die Ergebnisse der Container-Woche ließen – wie ich fand – allerdings zu wünschen übrig. Es wurde nicht klar, wie viele Menschen überhaupt einen Vorschlag eingereicht hatten. Deutlich waren nur die Tendenzen:

  • Radwege auf die Straßen
  • Bäume sollen bleiben – besser mehr werden
  • Tempo 30
  • Querungsmöglichkeiten
  • Mehr Fahrrad-Parkmöglichkeiten
  • Mehr Platz für Fußgänger

Zu einigen Dingen gab es auch „Gegensätze“, also Leute stimmen sowohl dafür als auch dagegen. Gegensätze waren z.B.:

  • Mehr/weniger PKW Parkplätze
  • Kreisverkehre ja/nein
  • autofrei ja/nein

Auch hier wurde leider überhaupt nicht deutlich, wie viele Leute genau was eigentlich vorgeschlagen haben, schade. Mit der Durchführung/Ausarbeitung der Bürgerbeteiligung wurde die steg betraut, die diese Ergebnisse auch vorführte. Ich habe dort gestern schon mal um Nachreichung konkreterer Ergebnisse gebeten.

Danach stellten die planenden Firmen, sowohl eine für die verkehrstechnischen Belange als eine für die Freiraumplanung ihre ersten Pläne vor. Zunächst gab es nochmals eine detaillierte Analyse der Straße, vom Baumbestand und den Arten, der Besonnung, Topographie und natürlich fehlten auch die so wichtigen Sichtachsen nicht. Dann flimmerten erste Detailansichten der konkreteren Planung über die Leinwand.

Um es kurz zu sagen: Es ist bisher nicht geplant, auch nur irgendeinen Teilabschnitt autofrei zu gestalten. Stattdessen fahren die Autos ähnlich wie heute – von überall nach überall. Um aber den Fußgängern mehr Beachtung zu schenken, sind vor allem im Bereich zwischen Emilienstraße und Heußweg, sowie zwischen Heußweg und Schwenckestraße neuartige Mittelstreifen geplant, mit Griffelpflaster (Kommentar von jemandem dazu: „Ganz was  neues, kennt keine Sau“). Diese Streifen sind ebenerdig mit der Fahrbahn. Fußgängern soll es so erleichtert werden, die Straße passieren zu können. Erst irgendwo bis zur Mitte, dann weiter ganz rüber. Denn auch dies hat die Analyse ganz eindeutig ergeben: Zum Teil wird die Osterstraße an einigen Stellen von bis zu 200 Menschen in der Stunde überquert, weil Ampeln schlicht zu weit weg sind. Nur: Wenn dem so ist, warum wird es dann nicht so gestaltet, dass der Fußgänger Vorfahrt hat? Warum  nicht  einfach ein paar Zebrastreifen? Warum sollen sie sich in die Mitte zwängen und warten, bis der Autostrom durch die nächste Rotphase irgendwann unterbrochen wird? Wenn es die denn überhaupt noch gibt, weil sowohl an der Kreuzung Emilienstraße, als auch an der Methfesselstraße Kreisel in die engere Auswahl kommen.

Ansonsten werden Schrägparkplätze in gerade umgewandelt, werden hie und da neue Fahrradparkplätze eingeplant und wird es zwischen Schulweg und Heußweg beinahe durchgehend richtige Radfahrstreifen in beide Richtungen auf den Straßen geben. Anders sieht es im hinteren, engeren Abschnitt Richtung Methfesselstraße aus: Hat einer keinen Platz, ist klar, wer den kürzeren zieht: Das Rad, welches sich leider nur mit dürftigen Schutzstreifen zufrieden geben muss.

Am Ende gibt’s eine Art Fazit:
„Man solle die Osterstraße als lebens- und liebenswerten Mittelpunkt im Stadtteil begreifen und die bereits vorhanden Qualitäten zur Marke (weiter)entwickeln. Das merkantile Zentrum ist im Gegensatz zu so mancher Fußgängerzone eben auch ein Wohnort“

„Fußgänger sollten mehr in Betrachtung gezogen werden. Die sogenannten Nebenflächen sind beim Stadt- und Einkaufsbummel die eigentlichen Hauptflächen“

„Erhöhung der Attraktivität“

Es wäre wünschenswert, wenn sich die Damen und Herren Planer zu Herzen nehmen, was sie selber analysiert und präsentiert haben. Fußgänger und Radfahrer brauchen mehr Platz. Und vor allem sollten die tatsächlichen Verhältnisse beachtet werden: Nur 13% der Passanten an der Osterstraße kommen mit dem Auto! Also sollte man den Platz von denen nehmen, die ihn jetzt am meisten haben – und am wenigsten brauchen!!!

Kommt alle zur öffentlichen Veranstaltung am 3.7. um 19:00 Uhr ins Hamburg-Haus. Zeigt Flagge! Sagt deutlich, dass Ihr mehr wollt – viel mehr!

Jetzt noch Petition für die autofreie Osterstraße unterzeichnen – HIER!