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Llucmajor macht’s vor

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Nicht nur im Norden, auch im Süden scheinen die Zeichen der Zeit erkannt zu sein – ganz im Gegensatz zum Tor zur Welt, unserer Stadt. Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mit jemanden, der meinte, dass beim nördlichen Nachbarn jede noch so kleine Stadt wenigstens ihre eigene Fußgängerzone hat. Wenn ich darüber nachdenke, kann ich mich in der Tat an keine dänische Stadt erinnern, die ich im Laufe der Jahre besucht habe, die tatsächlich nicht über mindestens eine autofreie Zone verfügt.

Diesen Sommer verbrachten wir unseren Urlaub auf Mallorca. Obwohl ich schon öfters in der Kleinsatdt Llucmajor war, habe ich sie erst diesmal mit anderen Augen betrachtet. Während wir am frühen Abend auf der Suche nach Tapas durch die Innestadt liefen, hatte ich im Hinterkopf all das, was Jan Gehl in seinen „Städte für Menschen“ beschrieben hatte. Llucmajor scheint fast so etwas wie das Ideal-Beispiel zu sein. Es ist angenehm, über die lange und vor einigen Jahren neugestaltete autofreie Zonen zu flanieren, die sich am Ende zum Marktplatz, dem Plaça d´Espanya, mit dem Rathaus davor ausweitet. Wir waren zwischen 21.00 und 22.00 Uhr dort, auf dem Platz pulsierte das Leben. Sicher, man darf nicht vergessen, dass die Menschen hier aufgrund der Temperaturen und Siesta generell erst später in den Feierabend gehen bzw. sich wieder auf der Straße blicken lassen. Was im sommerlichen Mallorca womöglich ein, zwei Stunden später beginnt, spielt sich in unseren Breiten entsprechend eher ab. An den gut besuchten Tischen der Restaurants, selbstverständlich draußen auf dem Platz, ließen sich die Menschen Köstlichkeiten schmecken, während die Bewohner in den Stockwerken darüber es sich auf den Balkons bequem machten und das Leben von dort beobachteten. Auch auf dem Platz selbst, der auch noch einen kleinen Kinderspielplatz beherbergt, war reges Treiben: Kinder spielten, Jugendliche und auch Erwachsene spielten Fußball, andere unterhielten sich angeregt und wieder andere testeten scheinbar die neuesten „Skatebikes“-Teile. Von diesem Platz aus zieht sich die autofreie Zone eine Altstadtgasse hinunter, auch hier noch ein kleiner Platz, bis man nach etwa 500 Metern eine recht breite Allee erreicht. Ab hier fahren zwar wieder Autos, jeweils einspurig rechts und links eines mittigen Boulevards, der den Fußgängern vorbehalten ist. Rechnet man aber auch diese Straße zur Fußgängerzone hinzu, kommt Llucmajor auf 750m Straßenlänge, die zum größten Teil autofrei ist. Einmal in der Woche, wenn auf dem  Plaça d´Espanya der Wochenmarkt stattfindet und gleichzeitig auf der Altstadtgasse und dem Boulevard der Flohmarkt zelebriert wird, verwandelt sich die Innenstadt in ein einziges buntes Eldorado für Straßenhändler, Einwohner und Besucher.

Warum ich Llucmajor erwähne?
Ganz einfach: Knapp 10.000 Menschen leben in dieser Kleinstadt. Etwa 35.000 Einwohner leben in der Kommune, dessen Zentrale eben Llucmajor ist. 500 Meter + X autofreie Zone lassen die Menschen in dieser liebenswerten Kleinstadt aufatmen.

Knapp 60.000 Menschen leben an einem anderen Ort, auf nur 3,2 Km². Dort gibt es keine nennenswerten autofreien Zonen. Immerhin hätte sich das bald ändern können, weil sein Zentrum umgebaut wird. Es wird sich aber nicht ändern. Die Politiker trauen sich nicht. Dieser Ort hat einen Namen:

Hamburg Eimsbüttel.

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Eine Idee durch’s Viertel tragen

1639 Leute haben bis heute an der Umfrage zur Umgestaltung der Osterstraße auf den Eimsbütteler Nachrichten teilgenommennur VIER STIMMEN davon können sich hier eine Fußgängerzone vorstellen. Das sind etwa 0% der an der Umfrage Beteiligten.

Osterstraße autofrei habe ich ins Netz gestellt, weil ich so naiv bin zu glauben, dass das einfach nicht angehen kann. Nicht bei 58.000 Menschen, die allein im Stadtteil Eimsbüttel leben. Ich habe ein wenig das Gefühl, dass an besagter Umfrage vor allem auch betroffene Geschäftsinhaber teilgenommen haben, schließlich sind sie von egal welchen Umbaumaßnahmen am meisten und unmittelbar direkt betroffen. Da ist es klar, dass es sich hierbei auch um diejenigen handelt, die sich darum am ehesten Informieren. Und entsprechend abstimmen. Zumindest auf dem ersten Blick.

Vielleicht liege ich falsch. Glauben tu ich das aber nicht. Ich glaube, dass sich die Mehrzahl der Betroffenen, nämlich die Bewohner im ganzen Stadtteil, noch gar nicht richtig mit der Thematik befasst haben. Der Umbau ist weit, noch sehr abstrakt. Diese Menschen werden ssicher oftmals ganz anders denken. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Diese Leute muss Osterstraße autofrei erreichen. Helft mit, diese Seite bekannt zu machen. Erzählt Nachbarn, Freunden, Bekannten, Eltern und Kollegen davon, sendet den Link auf diese Seite, teilt, shared und liked Osterstraße autofrei.

Helft alle  mit, eine Idee durch’s Viertel zu tragen!