Darum KURS FAHRRADSTADT:

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Premium-Radinfrastruktur

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Vorsicht, Verwechselungsgefahr: Dieses Bild ist von uns, nicht vom adfc

Ein tolles Wortgebilde! Darauf bin aber nicht ich gekommen, nein, so nennt der Bundesvorsitzende des adfc’s das, was es nun braucht, um die „Menschen massenhaft zum Umstieg“ zu bewegen.

Anlass war die Bundeshauptversammlung des Fahrradclubs in Mannheim am letzten Sonntag. Ulrich Syberg, der alte und neue Bundesvorsitzende, möchte nun endlich richtig durchstarten, um spätestens im nächsten Jahr mächtig was zu bewegen – dann steht nicht nur die nächste Bundestagswahl vor der Tür, sondern auch das Fahrrad feiert seinen 200. Geburtstag. „Für uns ist das der richtige Zeitpunkt, mit ganzer Kraft für das Fahrradland Deutschland zu trommeln. Wenn Deutschland die Energie- und Verkehrswende will, dann geht das nur mit deutlich mehr Rad- und Fußverkehr! Dafür brauchen wir ein parteiübergreifendes Verständnis.“, sagt Syberg.

Wir, die wir KURS FAHRRADSTADT ins Leben gerufen haben, um endlich auch in Hamburg mal ordentlich am Rad zu drehen, sind hocherfreut, zu erfahren, wie dieser massenhafte Umstieg gelingen soll, damit „Jung und Alt, Frauen und Männer, routinierte Radler und Neueinsteiger“ sich eingeladen fühlen, Rad zu fahren.

Dafür müssen durchgängige und hochqualitative Radverkehrsnetze [Forderung 1 + 3 KURS FAHRRADSTADT] geschaffen und dem Rad zu Lasten des Autoverkehrs deutlich mehr Platz [Forderung 4 KURS FAHRRADSTADT] im Straßenraum eingeräumt werden. Das Verkehrstempo muss reduziert werden [Forderung 5 KURS FAHRRADSTADT], um ein fahrrad- und fußgängerfreundliches Klima [Forderung 2 KURS FAHRRADSTADT] zu schaffen und die Risiken für ungeschützte Verkehrsteilnehmer zu minimieren. Radspuren müssen breit genug sein, um auch das Überholen von Cargobikes und Rädern mit Kinderanhängern zu ermöglichen. Sichtbeziehungen müssen durch intelligentes [Forderung 1 + 3 KURS FAHRRADSTADT] Kreuzungsdesign sichergestellt werden. Bei hohem Autoverkehrs-Aufkommen und höheren Kfz-Geschwindigkeiten müssen Radspuren durch physische Barrieren vom Autoverkehr getrennt werden. Das amerikanische Konzept der „Protected Bikelanes“ – bei dem Radspuren durch Poller, Blumenkübel oder Bordsteine von der Kfz-Fahrbahn abgetrennt werden [Forderung 1 KURS FAHRRADSTADT] – geht als neue Möglichkeit der Radverkehrsführung in den Katalog der Infrastrukturlösungen ein.

Syberg: „Die Praxis vieler Kommunen, schmale ‚Mehrzweckstreifen‘ auf die Fahrbahn zu malen und das als Fahrradförderung auszugeben, hat ausgedient.

Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen.

(Liebe adfc-Hamburg Mitglieder, ihr habt nun sicherlich den Segen von ganz oben, es über 750 anderen gleich zu tun und jetzt bei KURS FAHRRADSTADT zu unterzeichnen).

Hier zur Pressemitteilung des adfc’s

Neues aus der Fahrradstadt

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Ganz neu und mehr City geht nicht mehr. Trotzdem vergisst die „Fahrradstadt Hamburg“ sogar hier den Radweg. Nur gepennt? Oder sogar Sabotage?

Heute morgen, mein Blick geht ins Abendblatt, sehe ich schon auf der Titelseite, dass die GRÜNEN (Bezirk Nord) die Bürger ermutigen wollen, die Stadt zu verklagen, weil diese außer bis in alle Ewigkeit irgendwelche Pläne zu erarbeiten bisher nichts, absolut gar nichts unternimmt, den Kampf gegen die Luftverschmutzung endlich anzugehen. [„Grüne ermutigen Bürger: Klagt gegen schlechte Luft!“, Hamburger Abendblatt, 27. Oktober 2016 (googlen)] Das ist eigentlich eine gute Sache, das Problem ist nur, dass es da diese andere Kleinigkeit gibt. Die Stadt klagt nämlich gegen ein Urteil, das mahnt, zügig einen Luftreinhalteplan vorzulegen [„Senat ficht Urteil zum Luftreinhalteplan an“ Zeit Online, 4. August 2016]. „Die Stadt“ – das ist rot-GRÜN.

Wie arm ist das denn?! Wenn ich als GRÜNE Partei aus Koalitionsfriedensgründen gegen ein solches Urteil klage, welches übrigens der Bund für UMWELT- und NATURSCHUTZ Deutschland erwirkt hat, dann verbietet es sich schlicht, andere, wahrscheinlich sogar am besten die eigenen GRÜNEN-Wähler, die Drecksarbeit machen zu lassen, indem diese nun wieder gegen die Stadt (also gegen rot-GRÜN) klagen sollen. Ich habe diese GRÜNEN natürlich gleich mal darauf angesprochen:

tja, das ist eben 1 komplexer Prozess. Darum die Veranstaltung. Komm doch vorbei+diskutier mit:

Da gibt’s nix komplexes! Was ihr da macht, ist einfach krank. Und Verarsche. Sorry.

Es ist komplex, lasst uns diskutieren – soso. Das nennt man wahrscheinlich auch gleich die neue Bürgerbeteiligung 3.0.. So armselig zu scheitern und dann noch auf solche spitzfindigen Ideen zu kommen. Interessanter Ansatz. Und mit diesen Leuten soll Hamburg nun Fahrradstadt  werden?!

Und das, wo es ohnehin wieder gefährlicher geworden ist, auf hanseatischen Straßen als Radfahrer oder Fußgänger unterwegs zu sein? Entgegen fast allen anderen Bundesländern, in denen der Trend in eine andere, eine bessere Richtung zeigt? Das ist leider kein Witz, wie ganz aktuelle Zahlen es eindrucksvoll unter die Augen reiben. Allein vor wenigen Tagen gab es in Hamburg eine Serie heftigster und tödlicher Unfälle, die sicher den meisten Hamburgern, denen ihre Stadt nicht restlos egal ist, noch gut in Erinnerung sein müsste und die in den neuesten Zahlen nicht einmal enthalten sind. Traurig. Weit entfernt von „Vision Zero“. Alltag auf Hamburgs Straßen. #RadSkandal. [„Gegen Bundestrend: Zahl der Verkehrstoten in Hamburg nimmt wieder zu“, NahverkehrHAMBURG, 25. Oktober 2016] Dass so ganz nebenbei auch die Luft nicht besser wird – Stichwort Abgasskandal -, zeigt schonungslos die neue 44 minütige Doku „Das Märchen vom sauberen Auto“ des SWR. Auch wenn die Hauptfigur einen leicht naiven Eindruck macht – das Drumherum ist top. So lernen wir, dass auch die Bundesregierung schon vorher Bescheid wusste – und bis heute untätig bleibt.

Mit den GRÜNEN, die im Wahlkampf außer dem Wörtchen „Fahrradstadt“ nicht viel sagen konnten, die leider nicht das Verkehrsressort bekommen haben, nur eine Fahrradkoordinatorin installieren konnten, welche den Radverkehr (man höre und staune!) mitdenken will, soll nun alles besser werden. GRÜNE, die nun mitverantwortlich sind für vieles, was einfach nur noch Murks ist:
Schrägparkplätze an der neu gestalteten Fuhlsbütteler Straße hinter Schutzstreifen, teilweise keine Schutzstreifen mehr in der neuen Osterstraße, erst recht nicht, wenn man bald aus dem umgebauten Kreisel am Klosterstern in die abzweigenden Straßen abbiegen möchte oder eben, auch ganz neu, wie am Großen Burstah, mitten in der City, wo man den Radweg der einfachheithalber gleich ganz vergessen hat. Oder Fahrradstraßen, auf denen gefühlt alle 100 Meter angehalten werden muss (Uferstraße). Oder, oder, oder.

Dabei gibt es natürlich viel zu tun, wie es auch eine GRÜNE richtig erkannt hat. „Rausgeschmissenes Geld“ [Mopo, 19. Oktober 2016], nennt die GRÜNEN Sprecherin Julia Offen den geplanten Fahrradstraßen Umbau am Leinpfad und fordert, stattdessen lieber die Sierichstraße in Angriff zu nehmen. Da traue sich aber keiner ran. Recht hat sie. Auch die GRÜNEN trauen sich nicht und der Tweet von Julia Offen, der der Sache zugrunde liegt, wurde gelöscht. Alles klar?

Wir werden uns in den nächsten Tagen auch mit dem adfc-Hamburg Vorstand und einigen Verkehrsexperten zusammensetzen. Es geht darum, ob wir zu gemeinsamen Linien finden und sich auch der adfc Hamburg für KURS FAHRRADSTADT einsetzen kann. Da gibt es sicher sehr viele Gemeinsamkeiten. Aber auch einige Dinge, die wir ganz klar ganz anders sehen. Ein „Hauptknackpunkt“ stellt wahrscheinlich gleich unsere erste der fünf Forderungen dar, in der es heisst: Wir erwarten eine inklusive, geschützte Radwege-Infrastruktur nach besten Vorbildern“. Das passt noch nicht ganz zur Linie des Hamburger adfc’s, der nach wie vor auf das Radfahren auf der Fahrbahn setzt [„Was soll die Streifenmalerei“, adfc Hamburg, 28. 03. 2015]. Vor allem tut er es deshalb, weil es „auf dem Weg hin zu null Verkehrstoten und null Schwerverletzten (»Vision Zero«), dem eigentlichen Ziel des adfc,  größere Schritte notwendig wären – die sind aber politisch noch nicht durchsetzbar.“
Genau darum gibt es ja aber KURS FAHRRADSTADT. Weil wir nicht an das glauben, was durchsetzbar ist, sondern an das, was alles geht. Z.B. in Kopenhagen. „Wenn Sie bei einer fixen Fläche den Fahrradanteil erhöhen wollen, gibt es nur eines: Sie müssen dem Autoverkehr Raum wegnehmen“, sagt Mikael Colville-Andersen, CEO von „copenhagenize design“ im Zeit Artikel „Mach’s wie Kopenhagen“[Zeit Online, 16. 02. 2012]. Oder wie in den Staaten: Auch dort hat man gelernt, dass es eine deutliche Steigerung des Radverkehrs nur mit guten Radwegen, Bike-Lanes, gibt. 46% der der Befragten in einer Studie in Portland gaben an, dass sie viel öfter Rad fahren würden, wenn es eine physische Barriere zwischen Autos und Radfahrern gibt. [http://trec.pdx.edu/research/project/583]

In Deutschland stimmten in einer Umfrage der ZEIT Online 80% mit „Nein“ auf die schlichte Frage, ob „Sie sich sicher im Straßenverkehr fühlen“. [„Wo Radfahrer in ihrer Zone auf Grün warten“, ZEIT Online, 20. 10. 2016, am Ende des Artikels]

Vor diesem Hintergrund: Dagegen, einfach das Beste zu fordern, kann eigentlich keiner etwas haben. Auch nicht der adfc.

Neben dem Fahrradclub möchten uns auch gerne die Macher der „Fahrradsternfahrt Hamburg“ kennenlernen. Auch darüber freuen wir uns!

Es gibt noch ein paar Dinge, die erfreuen. So ist der Umbau der Osterstraße angeblich, so berichtet es der NDR, mit dem „Deutschen Verkehrsplanungspreis“ ausgezeichnet worden. Auch das Hamburger Abendblatt lässt sich nicht lumpen und macht aus einer Anerkennung einen Preis. Normal für Hamburg, wo ohnehin alles immer in Superlativen gedacht wird? Den Preis hatten aber nicht die Ingenieure  von ARGUS gewonnen, sondern die Stadt Kassel mit dem „Ausbau der Frierich-Ebert-Straße – Von der Verkehrsachse zum Boulevard“. Die Jury votierte sogar einstimmig.

Zum Schluss noch etwas richtig Schönes:
Wir haben bereits drei prominente Unterzeichner hinter KURS FAHRRADSTADT versammeln können: Prof. Dr. Alexander Bassen von der Universität Hamburg. Bassen ist Mitglied im „Rat für NACHHALTIGE Entwicklung“ der Bundesregierung. https://www.nachhaltigkeitsrat.de/der-rat/mitglieder-des-rates/prof-dr-alexander-bassen/

Schön auch, dass der Umweltwissenschaftler Mathias Lintl KURS FAHRRADSTADT unterstützt. Bekannt wurde er vor allem auch durch den Betrieb der Soulkitchenhalle 2010 – 2013 als freien Kunst – und Kulturort. Aktuell betreut er das Projekt „Refugium für urban gestresste Menschen“ in Hamburg Neuenfelde.

Gerade haben wir uns sehr gefreut, als gestern der Schauspieler und bekennende Radfahrer Peter Lohmeyer KURS FAHRRADSTADT unterzeichnet hat und nun zu unseren prominenten Unterstützern gehört. „ich unterschreibe, weil ich mich ohne große Sorgen auf mein Fahrrad schwingen möchte, immer die Nase im Wind.“ Wie engagiert sich der Schauspieler für das umweltfreundliche Verkehrsmittel einsetzt, konnten viele Hamburgerinnen und Hamburger erst kürzlich auf der ZEIT-Veranstaltung „Straßenkampf in der Hansestadt oder lassen sich Fahrrad- und Autoverkehr versöhnen“ am 5.10.2016 erleben. Dieses Jahr ist Peter Lohmeyer zudem Preisträger als die „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2016“. http://www.der-deutsche-fahrradpreis.de/preistraeger/preistraeger-archiv/2016.html#c1907

#RadSkandal

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Vier schlimme Unfälle in Hamburg in gerade mal drei Tagen. Vor drei Tagen kommt zuerst in Barmbek Süd ein siebenjähriges Mädchen unter die Räder, wird schwer verletzt. Gestern dann traf es einen elfjährigen Jungen in Ochsenwerder, der starb, als er hinter einem Bus über die Fahrbahn lief und ein LKW ihn dort erfasste. Heute erwischte es zuerst in Wandsbek einen 62 jährigen Mann, der von einem LKW schwer verletzt wurde. Kurz später, stirbt einige Straßen weiter in Hamburg Eilbek eine 19 jährige junge Frau, die von einem LKW überrollt wurde, der – mal wieder der bittere Klassiker – neben der Fahrradfahrerin nach rechts abbiegen wollte.

Binnen Sekunden zerplatzen Lebensträume. Ein Skandal, dass die Politik wider besseren Wissens untätig bleibt.

Ich habe vor einigen Tagen mit KURS FAHRRADSTADT eine Aktion gestartet, die Hamburg lebensbejahender, sicherer und gesünder machen soll. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, auf Kosten der Unfallopfer und ihrer Hinterbliebenen Unterstützung für diese Aktion zu erschleichen. Den Angehörigen gilt mein tiefempfundenes Mitgefühl! Mir geht das an Nieren; auch ich habe zwei kleine Mädchen, 3 und bald 6. Wenn ich die Schlagzeilen der beiden letzten Tage lese, bleibt mir die Luft weg. Im Haus 73 diskutieren wir auf dem „Fahrrad-Kongress“ der GRÜNEN darüber, wie Fahrradstadt in Zukunft sein sollte, während draußen das wahre, tödliche Leben auf Hamburgs Straßen spielt.

Ein Blick in die Foren von Hamburger Radfahrenden in Sozialen Medien scheint meine Befürchtungen zu bestätigen. „Leute, passt auf euch auf!“, wird da gesagt im Bezug auf den Unfall der jungen Frau in Eilbek. Darunter Kommentare, die sagen, dass es ja schön wäre, wenn man gute und abgetrennte Radwege hätte, was ja aber leider wegen der Parkplätze nicht ginge. Ich möchte niemanden verunglimpfen, aber eines vermisse ich extrem, gerade nach diesen geballten Unfalltagen: Wo bleibt die Empörung, wo der Aufschrei? Damit sind alle in Hamburg gemeint, nicht nur in Online-Foren.

Lasst uns Schluss machen mit windigen Kompromissen mit der Hamburger Auto-/LKW-Fahrerschaft und Wirtschaft, lasst uns nur noch das Beste fordern für Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV. Dass dafür Platz umverteilt werden muss, ist klar. Lasst uns in Zukunft nicht über Parkplätze oder Extra-Abbiegespuren oder drei Spuren für den MIV reden, sondern ausschließlich für Rad- und Fußverkehrslösungen, die nach internationalem Wissensstand die besten sind. Geht nicht gibt’s nicht! Nicht „Radverkehr mitdenken“, sondern erste und klare Priorität für den Umweltverbund. Lasst uns einsetzen für VISION ZERO in Hamburg.
Dafür – und für nichts anderes – haben wir
KURS FAHRRADSTADT gestartet.

Unterschreibt die 5 Forderungen an Olaf Scholz und unterstützt uns!

Wenn wir nicht weiter tatenlos zusehen wollen, wenn wir wirklich Dinge zum Besseren bewegen möchten, dann sollten wir es jetzt in Angriff nehmen. Konsequent. Zusammen.

#RadSkandal

KURS FAHRRADSTADT am Start

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Das hat gedauert! Und war viel, sehr viel Arbeit. Am Ende konnte ich die Versionsnummern des offenen Briefes an Bürgermeister Olaf Scholz schon gar nicht mehr zählen. Aber nach dem x. „Finale“ hat sich der ganze Aufwand hoffentlich auch gelohnt.

Vor genau zwei Tagen, am Dienstag, den 19. September 2016, ist die Aktion KURS FAHRRADSTADT an den Start gegangen. In der Senatskanzlei kam die E-Mail an, auf Change.org wurde die gleichzeitige Unterschriftensammlung gestartet und die Website KURS FAHRRADSTADT freigegeben. Seitdem haben bereits 120 Leute unterschrieben – was für ein toller Start!

5 Forderungen an Olaf Scholz:

  1. Geschützte Radweginfrastruktur
  2. Ökonomisch nachhaltige Umsetzung
  3. Beitrag zum Klimaschutz
  4. Temporeduzierung
  5. Noch lebenswerteres Hamburg

Aus Eimsbüttel – für Hamburg.
Ohne euch alle, die „Osterstraße autofrei!“ mit zu dem gemacht haben, was es heute  ist, würde es KURS FAHRRADSTADT sicher nicht so geben. Danke!

Bevor ich hier lange rede – schaut am besten selbst mal nach. Bei Gefallen bitte nicht vergessen auch zu unterzeichnen und vor allem: Erzählt es weiter, liked und shared KURS FAHRRADSTADT, bis die Tasten glühen. Dann setzen wir eine Lawine ins Rollen – die Hamburg zur echten und ernstgemeinten Fahrradstadt machen soll.
Los geht’s!

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Im Traumland

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Hamburg schreibt sich auf die Fahnen, Fahrradstadt zu werden. Zu sehen ist davon bisher recht wenig. Also lohnt es sich, den Blick mal über den elbhanseatischen Tellerand zu hieven und sich in unserer unmittelbaren Nachbarmetropolregion, der Öresundregion, umzuschauen. Kopenhagen ist fraglos „Hauptstadt“ dieser Region und wie alle wissen, Hamburg in Sachen Fahrradstadt um Lichtjahre voraus. Kein Wunder, gilt diese Stadt ohnehin als Fahrradmetropole Nummer eins – weltweit.

Aber zur Öresundregion gehört weit mehr als nur die dänische Kapitale mit der kleinen Meerjungfrau. Die Region erstreckt sich sowohl über Dänemark als auch über Schweden, weshalb Malmö, Schwedens drittgrößte Stadt und Helsingborg, achtgrößte und Skånes zweitgrößte Stadt ebenso zu dieser Metropolregion mit ihren knapp vier Millionen Einwohnern gehören. Helsingborg konnte ich mir neulich einmal genauer ansehen, ebenso wie Halmstad etwas weiter im Norden – und wähnte mich im Traumland.

Kommt man in Helsingborg am „Knutpunkten“, dem kombinierten Haupt- und Fährbahnhof, an, fallen hier sofort überdachte Fahrradabstellanlagen und eine tolle Fahrradinfrastruktur auf. Auf allen größeren Straßen im Innenstadtbereich gibt es eigene, vom Autoverkehr getrennte Radwege. Sicher und geschützt radelt es sich ohne weitere Hindernisse und überwiegend schön geradlinig durch die halbe City der 100.000 Einwohner-Stadt am Öresund.(siehe Fotos)

Ein ähnliches Bild bot sich in Halmstad. 80 Kilometer weiter nördlich, rund 60.000 Einwohner. Auch hier lässt man sich nicht lumpen, was vernünftige Radwege angeht, die, wie in Helsingborg, zusammen mit den Fußwegen auf einem Level liegen. Über querende Straßen geht’s beinahe durchgängig hinweg, selbst Kreuzungen im Tempo50 Bereich habe ich gesehen, auf denen dies der Fall ist. Wer hier Vorfahrt hat, ist klare Sache. Je weiter es aus dem Zentrum geht, je grüner es wird und mehr Platz vorhanden ist, desto breiter werden diese Wege, die dann vielfach auch völlig eigenständig nicht nur neben den Straßen verlaufen. Sicher, diese Wege weiter draußen sind auch für Fußgänger gedacht, aber da sie hier definitiv breit genug sind, dass sich kaum jemand in die Quere kommt, gibt’s nichts zu mäkeln. Hauptstraßen werden spielerisch in alle Richtungen untertunnelt, nichts hält einen auf, das Rad hat freien Lauf – Fahrradschnellwege at it’s best!

Woher nehmen sie hier den Platz? Einerseits haben sie ihn schlicht, das gilt vor allem für Stadtteile abseits der Zentren, andererseits wird er einfach gegeben. Sinnvolle Platzaufteilung des öffentlichen Raumes meint hier in sehr vielen Straßen, dass es schlicht keine öffentlichen Parkplätze am Straßenrand gibt. Eine Sache, die übrigens überall in den skandinavischen Ländern massiv ins Auge sticht. Die Leute parken in Garagen, auf ihren Grundstücken bzw. auf einer Art Quartiersparkplätzen. Am Straßenrand dagegen wird oftmals nur eine minimale Parkplatzanzahl vorgehalten. Das schafft Platz – und eine große Portion Sicherheit.

Hier erahnt man, dass eine gute Fahrradpolitik allein nicht alles ist. „Städte, die nett zu ihren Fußgängern sind, sind es in aller Regel auch für Radfahrer“, weiß Jan Gehl, einer der gefragtesten Stadtentwickler der heutigen Zeit, schon seit langem („Das Leben findet zwischen den Häusern statt“, Neue Zürcher Zeitung, 26. Juli 2016). In Helsingborg kann man das gut beobachten. Im Zentrum gibt es einige klassische (ältere) Fußgängerzonen , eine lange und neue „Promenade“ am Sundufer und neue bzw. umgestaltete und nun autofreie Plätze. Die Stadt baut sich um, auch das merkt man. Sackgassen sind dabei ein gängiges Mittel, um nicht nur Durchgangsverkehr zu blockieren, sondern im gleichen Zuge vermehrt weiteren Raum zu schaffen, urbanen Raum mit Wohfühlfaktor. Man mag immer lachen, meinen, dass man „so kleine Städte“ nicht mit großen vergleichen könne, aber der Schein trügt. Das Prinzip ist kleinteilig zu denken, zurück zum menschlichen Maß und den wahren menschlichen Bedürfnissen zu finden (Jan Gehl) – das geht überall, egal ob in Kleinstädten oder Megametropolen.

Um die Sache rund zu machen, darf ein effektiver und einladender ÖPNV natürlich nicht fehlen. Der „Öresundståg“, innen ein wahres Raumwunder, umrundet die gesamte Region beinahe im S-Bahn Takt, pendelt zwischen Helsingborg, Malmö, über die Brücke nach Kopenhagen und endet gegenüber im dänsichen Helsingør, von dem im 20 Minuten Takt die Fähren über den Sund zwischen den beiden „H“-Städten schippern. Wir sind zurück am „Knutpunkten“ in Helsingborg. Die Politik begreift Verkehr, Mobilität und Stadtplanung als ein gesamtes System, keines wird ausgesperrt, aber dennoch klar Prioritäten gesetzt und kommuniziert, wie dies unübersehbar Werbung für den Verkehrsverbund macht.

ÖPNV Vorteile werden klar gezeigt:
Wie weit kannst du fahren für 1 Gramm CO²? Normales Autos: 7,2 Meter, E-Auto: 10,7 Meter, Bahn: 62 mal die Strecke zwischen Lund und Malmö (18 Kilometer)

Schlaues und pfiffiges Marketing tragen das Ihre dazu bei. Dass z.B. Busfahren viel mehr ist, als schnöde zum Ziel zu kommen, dass Busfahren so richtig cool und hip ist, macht gerade der dänische Verbund „Midtrafik“ in seinem Werbespot vor. Fahrkarten existieren gefühlt nur noch als e-Tickets auf Smartphones, in Kopenhagen wird nur noch eine Chipkarte an ein Lesegerät gehalten – einmal beepen beim Einsteigen, einmal beim Aussteigen und Tarife, Zonen und pipapo sind Vergangenheit. So begeistert das über beide Länder übergreifende Verkehrssystem, schnell, flexibel, einfach, Radmitnahme und Wifi sind selbstverständlich, keine Zukunftsmusik.

Hamburgs Politiker sollten eine Reise in die Öresundregion machen und selbst einmal auf Entdeckungs- und Erweckungtour gehen. Hier gibt es alles geballt auf engem Raum, hier wird sichtbar, woran es in Deutschland mangelt: Der Einsicht, dass es ohne eine Einschränkung des Individualverkehrs nicht geht. Dass gute Verkehre, sprich der Umweltverbund – Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV – nur als tatsächlich im Zusammenhang gedachte Einheit ihre volle Wirkung entfalten können.

Wie das geht, darüber hat Jan Gehl ganz aktuell in Zusammenarbeit mit GREENPEACE eine sehr einleuchtende Broschüre herausgebracht: „Rollenwechsel – Konzept für eine neue Mobilität in Städten“ [PDF Download]. Gerade mal 21 Seiten braucht es – reich bebildert, illustriert und mit Fakten gefüllt -, um anzufangen, Stadt umzubauen.

Hamburg, Sommer 2016. Die HVV-Preise sollen wieder steigen, wie jedes Jahr, seit 2012 ging’s beinahe um satte 13 Prozent nach oben [„HVV-Tickets sollen wieder teurer werden“, NDR.de, 10.08.2016]. Verbannung der rußenden Dieselschleudern aus der Innenstadt? Vergiss es, die blaue Plakette wird’s nicht geben [„Kennzeichnung für Dieselautos: Umweltministerium zieht Pläne für Blaue Plakette zurück“, SPIEGEL ONLINE, 10.08.2016].

Ach ja, und Bürgermeister Olaf Scholz sagt, dass es mit ihm keine Fahrverbote von abgasskandalgeplagten Diesel-PKWs geben wird [„Unsozial, Olaf Scholz schließt Fahrverbote in Hamburg aus“, Hamburger Abendblatt, 05.08.2016].  Das sei unsozial und darum mit ihm nicht zu machen. Unsozial ist dabei aber genau das – nichts zu tun. Scholz sagt auch immer wieder, dass nichts zu Lasten des Autoverkehrs geschehen dürfe – schließlich solle niemand ausgeschlossen werden. Herr Bürgermeister Scholz, sollten Sie dies hier lesen, beantworten Sie doch bitte mal eine einzige Frage:

„Meinen Sie wirklich, dass die Städte in der Öresundregion Menschen von individueller Mobilität ausschließen?“

 

Zum Schluss kurz in eigener Sache:
Es ist ruhig geworden in letzter Zeit auf „Osterstraße autofrei!“. Hinter den Kulissen ist aber viel passiert. Nach der Sommerpause geht’s wieder rund! Freut euch auf jede Menge frischen Wind für diese Stadt.

Hat Hamburg eine eigene StVO?

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Meistens berichte ich von Dingen, die eher unschön sind oder – die es eben noch sind, zumindest oftmals in der Freien und Autostadt Hamburg. Leider. Und dennoch gibt es natürlich auch viele schöne Dinge, die man sich gern auch mal ein wenig genauer ansehen sollte. Im Frühjahr war ich in Berlin unterwegs. Es ist erstaunlich, aber wenn man sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt, nimmt man Stadt um einen herum gleich ganz anders wahr. Über vieles, gerade auch solches, was es in den meisten Fällen sicherlich auch schon eine ganze Zeit lang vorher gab, stolpert man buchstäblich. Vorher nie wahrgenommen, nun springt es einem direkt ins Auge. In diesem und dem nächsten Blogbeitrag gibt’s zur Abwechslung mal nur Schönes. Fast jedenfalls. Versprochen.

Mit der Kamera unterwegs war ich aus Zeitmangel nur im Prenzlauer Berg und auch hier nur im Kiez zwischen Prenzlauer Allee, Danziger- und Greifswalder Straße. Nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus der Hauptstadt – trotzdem gibt es vieles zu entdecken.

Auffällig ist vor allem, wie versucht wird, Fußgängern das überqueren von Kreuzungen innerhalb von Tempo30 Zonen zu erleichtern. Da wird großflächig Asphalt weiß schraffiert, Fußgängerfurten werden mit großen Piktogrammen auf der Fahrbahn gekennzeichnet und fast an jeder Kreuzung wird der Kreuzungsbereich mit rotweissen Sperrbalken verengt, oftmals an allen vier Seiten. Wahrscheinlich wussten sich die Berliner irgendwann auch nicht mehr anders vor all dem parkenden Blech zu schützen, um auf „solche drastische Weise“ die Kreuzungen von diesem frei zu halten. Bewohner der Hamburger Altbauviertel können da nur neidisch werden. Dieses Vorgehen ließe sich ganz sicher übertragen auch auf Eppendorf, Winterhude, Barmbek, Eimsbüttel, Altona,…. Spontan fällt mir leider keine solche Ecke hier in der Gegend ein. Haubachstraße Ecke Harkortstieg gilt nicht, da es hier offensichtlich eher um Verkehrsführung als um Vermeidung von Wildparkern geht… Darf Hamburg das nicht? Auch nicht mit kürzeren, den engeren Verhältnissen angepassten rotweissen Sperrbalken? Müsste nicht gerade hier, wo ohnehin vieles deutlich enger ist als in Berlin und jeder freie Quadratmeter gnadenlos zugeparkt wird, schon längst genauso gehandelt werden?

In Hamburg gibt es ein paar wenige Zonen in denen Anwohnerparken gilt. In Berlin gilt das für weite Teile der Innenstadt. Auf einer Fläche von  knapp 3000 Hektar werden über 100.000 Parkplätze von der Stadt bewirtschaftet.
Bewohner müssen eine Jahresgebühr entrichten und dürfen weiter im Innenstadtbereich unterwegs sein – wenn sie eine grüne Plakette haben. Denn innerhalb des S-Bahn-Ringes ist seit 2008 zudem Umweltzone. Noch so eine Sache, die kein Hamburger Politiker richtig aussprechen kann. Alle anderen müssen draußen bleiben oder werden zur Kasse gebeten – und zwar nicht zu knapp, zwischen ein und drei Euro pro Stunde werden fällig. Man stelle sich das mal vor: Bismarckstraße, eine reine Wohnstraße, Hoheluft. Einen Tag als Nichtbewohner da seine Kiste stehen zu lassen schlägt dann mal eben mit etwa 20 Euro zu Buche.
Wieso geht das hier nicht? Sind wir nicht immer so stolz darauf, eine der reichsten Städte der Welt zu sein? Dann sollten wir das bisschen Kleingeld wohl über haben….

Das Interessanteste waren aber durchgehende Bürgersteige und Radwege. Oftmals überall dort, wo Tempo30 Zonen enden und die Nebenstraßen an die Hauptverkehrsstraßen stoßen. Fußgänger und Radfahrer können so recht sicher und bequem all die Querstraßen passieren und Autofahrer werden dadurch zusätzlich „genötigt“, sich hier besonders umsichtig zu verhalten. Außer vielleicht die eine oder andere (ohnehin gepflasterte) „Spielstraße“ aus den 80ern oder 90ern fällt mir absolut keine solche Lösung in Hamburg ein. Gibt’s das überhaupt irgendwo? Wenn ja, wo? Und wenn nein – warum nicht? Weil Hamburgs Autos tiefer liegen? Dabei geht der Trend mit den SUVs doch glatt in die andere Richtung.
Baut endlich diese „Hügel“ auch hier. Damit die ganzen Offroad-Piloten wenigstens  in der Stadt mal ein Feeling für wirklich raue Urbanität bekommen, die Anschaffung also nicht komplett umsonst war. Fahrspaß pur.

Tja, und dann gibt’s natürlich auch die Radwege. Ähnlich wie hier, Schutz- und Fahrradstreifen, meistens aber breiter und oftmals auch geschützt, also nicht mit den Autos auf der Fahrbahn.  Allerdings, wo wir Hamburger uns neuerdings und meistens auch alterdings recht sutje nur in leichte Kurven legen müssen (naja…), um Laternenpfosten und ähnlichem auszuweichen,  müssen die Hauptstädter des öfteren teils artistische Meisterleistungen absolvieren, um dem verrückten Zickzack der Radwege folgen zu können. Dafür habe ich Kreuzungen gesehen, auf denen Radwege farblich hervorgehoben sind. Berlin ist nicht nur gefühlt viel weiter als wir hier an der Elbe. Und es genügt ihnen nicht.
Diese Stadt rockt die Radpolitik mit ihrem Radentscheid und treibt die Berliner Politiker munter vor sich her. Weil viele eben längst begriffen haben, was nicht nur unseren Pfeffersäcken viel schwerer fällt: Es muss sich etwas ändern – und zwar schnell.

Zum Schluss noch eine andere Kleinigkeit:
Die neue Osterstraße wurde nominiert für den Deutschen Verkehrsplanungspreis 2016. Das ist schön und es freut mich auch für die Experten von ARGUS, die es geschafft haben, unter die drei Nominierten zu kommen. Herzlichen Glückwunsch!
Neben der Osterstraße stehen noch ein Projekt in Kassel (Hessen) und die Ortsdurchfahrt Rudersberg in Baden Württemberg zur Wahl. Vor allem die neue Straße in Rudersberg finde ich wirklich mutig. Und toll umgesetzt. Etwa so hätte es auch auf der neuen Osterstraße sein können, wenn wir uns mehr getraut hätten. Darum drücke ich den Rudersbergern die Daumen, diesen Preis auch zu gewinnen. Wenn man sich hier die vorher/nachher Bilder anschaut und aufmerksam hinsieht, kann man noch etwas interessantes finden: Zebras!

Nagelneue Zebrastreifen auf geschwindigkeitsreduzierten Straßen (Tempo30), die zudem nicht einmal asphaltiert sind!!!
Wo sie in Hamburg mehr und mehr abgeschafft werden sollen und nicht nur Schüler und Eltern oftmals richtig kämpfen müssen, um den einen oder anderen zu erhalten, scheint Rudersberg gar kein Problem damit zu haben.

Am Ende bleibt eigentlich nur eine Frage:
Hat Hamburg eine andere StVO als alle anderen???

Für mehr Lebensqualität im Herzen von Eimsbüttel

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