Elterntaxi – Bannmeile vor Eimsbütteler Grundschule

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Klare Sache – hier kommt kein Elterntaxi mehr durch. Grundschule Rellinger Straße

Wer hätte das gedacht? Der Vorplatz der Eimsbütteler Grundschule Rellinger Straße wird im Kampf gegen die immer größer werdende Flut von Elterntaxis zur autofreien Zone umgebaut. Die Umbaumaßnahmen, bei denen auch diverse Parkplätze zurückgebaut werden, sind voll im Gange, jedoch zum morgigen Schulstart noch nicht fertiggestellt. Dennoch ist Straße bereits seit einiger Zeit vor der Schule gesperrt und somit für Autos nicht mehr direkt erreichbar. Statt direkt vor den Haupteingang fahren zu können, müssen die mit Autos bringenden Eltern sich nun damit arrangieren, Slalom durch Einbahnstraßen zu fahren, an denen sie ihre Kinder höchstens noch nach dem Motto „Kiss&Ride“ aus dem Auto werfen können. Wenn das kein Anlass ist, diese Unsitte über Bord zu werfen und zu dem zurückzukommen, was das Beste für alle jungen Pennäler ist: Einfach selbst in die Schule zu laufen oder zu radeln.

Warum das so ist, wurde auf diesem Blog schon mehrfach beschrieben, unter anderem im Beitrag „Das Auto – wirklich ein Existenzbedürfnis?“

Viele Eltern wissen gar nicht, wie gefährlich es ist, wenn sie ihre Kinder im Auto in die Bildungsanstalt fahren, immer in der Absicht, dass es gut ankommen möge. Darüber klärt ein tapferer Schulpolizist in Niedersachsen überraschte Eltern in ihren Autos und SUVs auf:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Schulanfang-Polizei-kontrolliert-Elterntaxis,hallonds39982.html

Die Hamburger Autorin Katrin Seddig erinnert sich dagegen an ihre eigene Kindheit und wie es war, damals in die Schule zu kommen. Viel interessanter als die Tatsache, dass man irgendwann in der Lehranstalt ankommt, ist vielmehr, was man sonst noch alles so lernt auf seinen Wegen – durchaus sogar für’s Leben.
„Der alltägliche Stau vorm Schultor“, taz hamburg, 30. August 2017

Wieso es bisher in Hamburg noch fast überhaupt keine „Kiss&Ride“ Parkplätze bzw. Bannmeilen vor Schulen gibt und Eimsbüttel damit offenbar eine rühmliche Ausnahme zu sein scheint – im Zuge der Umgestaltung ist sogar die Rede davon, vernünftige Schulradwege zu bauen  – wird im Zeit Artikel „Wieso gibt es vor den Hamburger Schulen keine „Kiss & Ride“-Parkplätze für Eltern?“ vom 1. Oktober 2014 erläutert.

Wir sind aber zuversichtlich und gespannt, wie der Vorplatz der Schule zukünftig aussehen wird. Gute Beispiele gibt es ja, sogar in Eimsbüttel. So wurde der Vorplatz an der Handelsschule und Wirtschaftsgymnasium an der Lutterothstraße / Else Rauch Platz bereits vor Jahren erfolgreich verkehrsberuhigt. Heute ist dieser Abschnitt eine reine Fußgängerzone und es finden sich einige Spiel-/Sportgeräte auf der Fläche.

Liebe Eltern, wenn immer es geht, bitte fahrt eure Kinder nicht mit Autos in die Schulen. Ihr helft damit ihnen selbst, stärkt sie, schützt dabei auch andere Kinder auf ihren Wegen in die Schulen, vermeidet Staus und schont nebenbei noch Luft und Klima.

Wirklich schade, dass vor der Relli Schule doch nur Fernwärme verlegt wird. Wer trotzdem daran glaubt, dass sich Dinge ändern lassen, ist hier richtig:
KURS FAHRRADSTADT

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Ein Gedanke zu „Elterntaxi – Bannmeile vor Eimsbütteler Grundschule“

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