#RadSkandal

tod-auf-strassen

Vier schlimme Unfälle in Hamburg in gerade mal drei Tagen. Vor drei Tagen kommt zuerst in Barmbek Süd ein siebenjähriges Mädchen unter die Räder, wird schwer verletzt. Gestern dann traf es einen elfjährigen Jungen in Ochsenwerder, der starb, als er hinter einem Bus über die Fahrbahn lief und ein LKW ihn dort erfasste. Heute erwischte es zuerst in Wandsbek einen 62 jährigen Mann, der von einem LKW schwer verletzt wurde. Kurz später, stirbt einige Straßen weiter in Hamburg Eilbek eine 19 jährige junge Frau, die von einem LKW überrollt wurde, der – mal wieder der bittere Klassiker – neben der Fahrradfahrerin nach rechts abbiegen wollte.

Binnen Sekunden zerplatzen Lebensträume. Ein Skandal, dass die Politik wider besseren Wissens untätig bleibt.

Ich habe vor einigen Tagen mit KURS FAHRRADSTADT eine Aktion gestartet, die Hamburg lebensbejahender, sicherer und gesünder machen soll. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, auf Kosten der Unfallopfer und ihrer Hinterbliebenen Unterstützung für diese Aktion zu erschleichen. Den Angehörigen gilt mein tiefempfundenes Mitgefühl! Mir geht das an Nieren; auch ich habe zwei kleine Mädchen, 3 und bald 6. Wenn ich die Schlagzeilen der beiden letzten Tage lese, bleibt mir die Luft weg. Im Haus 73 diskutieren wir auf dem „Fahrrad-Kongress“ der GRÜNEN darüber, wie Fahrradstadt in Zukunft sein sollte, während draußen das wahre, tödliche Leben auf Hamburgs Straßen spielt.

Ein Blick in die Foren von Hamburger Radfahrenden in Sozialen Medien scheint meine Befürchtungen zu bestätigen. „Leute, passt auf euch auf!“, wird da gesagt im Bezug auf den Unfall der jungen Frau in Eilbek. Darunter Kommentare, die sagen, dass es ja schön wäre, wenn man gute und abgetrennte Radwege hätte, was ja aber leider wegen der Parkplätze nicht ginge. Ich möchte niemanden verunglimpfen, aber eines vermisse ich extrem, gerade nach diesen geballten Unfalltagen: Wo bleibt die Empörung, wo der Aufschrei? Damit sind alle in Hamburg gemeint, nicht nur in Online-Foren.

Lasst uns Schluss machen mit windigen Kompromissen mit der Hamburger Auto-/LKW-Fahrerschaft und Wirtschaft, lasst uns nur noch das Beste fordern für Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV. Dass dafür Platz umverteilt werden muss, ist klar. Lasst uns in Zukunft nicht über Parkplätze oder Extra-Abbiegespuren oder drei Spuren für den MIV reden, sondern ausschließlich für Rad- und Fußverkehrslösungen, die nach internationalem Wissensstand die besten sind. Geht nicht gibt’s nicht! Nicht „Radverkehr mitdenken“, sondern erste und klare Priorität für den Umweltverbund. Lasst uns einsetzen für VISION ZERO in Hamburg.
Dafür – und für nichts anderes – haben wir
KURS FAHRRADSTADT gestartet.

Unterschreibt die 5 Forderungen an Olaf Scholz und unterstützt uns!

Wenn wir nicht weiter tatenlos zusehen wollen, wenn wir wirklich Dinge zum Besseren bewegen möchten, dann sollten wir es jetzt in Angriff nehmen. Konsequent. Zusammen.

#RadSkandal

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