Verkehr und Umweltschutz gemeinsam denken – Brief an GRÜNE

Gastbeitrag

von Christine Stecker
Ein Brief an die GRÜNEN

Liebe GRÜNE,
als engagierte Bürgerin, die sich seit langem politisch neutral für ein umweltfreundlicheres Hamburg einsetzt, möchte ich Sie im Zuge der Koalitionsverhandlungen zu einer ganz konkreten Projektidee informieren (s.u. = Neuland STRASSE und „Alles Glück liegt auf der Fahrbahn“).

Geben Sie nicht nur Kai Ammer sondern auch mir die Zuversicht zurück, dass es sich noch lohnt, sich für diese Stadt mit den richtigen weil für alle menschenfreundlichen, zukunftsweisenden und nachhaltigen Ideen einzusetzen! Gerade in Eimsbüttel herrscht Bürokratie pur und selbst in bezirklichen Entwicklungsworkshops hört Bürgerin und Bürger nur Bedenken, Ängste und Einschränkungen von der Politik was diesen Stadtteil angeht. Die Zukunft wird jedoch nur so wie wir sie selbst gestalten. Für die Osterstraße werden gerade kostenintensiv die Weichen für die nächsten Jahre gelegt und wieder wird anscheinend eine Chance vertan, konsequent zu Ende gedachte Konzepte umzusetzen.

Gerade Verkehrspolitik ist auf langjährige Sinnhaftigkeit anzulegen – hier muss Politik über seinen eigenen zeitlich getakteten Rhythmus weit hinausdenken. Das intelligenteste Konzept sollte siegen, nicht die Parteicouleur und momentane Stimmung. Machen Sie uns also bitte z.B. in einem Faktencheck positiv verständlich wie sich die Verkehrsströme in Hamburg entwickeln werden, was das für unsere Luft und Sicherheit bedeutet, welche Konzepte eine gute, gesunde und stressfreie Fortbewegung unter- und überirdisch in einer sich verdichtenden Stadt beinhalten. Das sollte m.E. ebenfalls mehr sein als das alleinige Rufen nach der Stadtbahn. Ein attraktiver ÖPNV, Velorouten, Lastenradstationen, Vorrang für Fußgänger (siehe Niederlande,) gefahrlose Fußwege uvm bestärken den Umstieg auf PKW-freie Mobilität. Momentan verteuert sich der ÖPNV jährlich, ist in einem unverständlichen Tarifsystem verzettelt und sozial unverträglich. Die Kosten für den Erhalt der Straßen werden dagegen nicht auf die Nutzer umgelegt? Schauen Sie sich für eine x-beliebige Straße den Flächenverbrauch an, der momentan alleine für PKW-Fahrstreifen und -parkplätze verbraucht werden. Hamburg hat so lange Themen ausgesessen, dass man jetzt von anderen Städten lernen kann ob und wenn ja was City-Maut und Umweltzone, Beschleunigungen etc. ökologisch bringen. Politik wird dann wieder sympathisch, wenn dieser Allmachtsgedanke des „wir wissen es besser“ begraben wird. Keiner weiß alles, auch Politik nicht. Komisch, dass andere Städte sich nicht zu schade sind, Experten wie Jan Gehl zu Rate zu ziehen (s.u. = „Alles Glück liegt auf der Fahrbahn“), Hamburg gefühlt aber immer alles ordentlich durchregiert alleine hinbekommen will und sich noch nicht einmal schämt wenn es dabei im Vergleich zu anderen Bundesländern bzw Metropolen ordentlich hinschlägt.

Vielen Dank und viel Erfolg bei der Aushandlung der notwendigen Forderungen, damit Hamburg endlich visionär und experimentierfreudig in seiner Entwicklung unter den Metropolen mitspielt, bei dem auch die Kreativität der HamburgerInnen nicht nur in bunte Broschüren Einzug findet, sondern umgesetzt wird. Ansonsten wird es hier vielleicht mit Bürgerwillen olympische Spiele geben aber in die Geschichte wird Hamburg als autofreundlichste und damit städteplanerisch rückständigste Metropole eingehen.

Herzliche Grüße
Christine Stecker

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