Tod vor Osterstraße

Am Montag dieser Woche (19. Januar ) kam es nur wenige Meter vor dem Beginn der Osterstraße zu einem fatalen Unfall (Mopo, 19. Januar 2015, „Lebensgefährliche Verletzungen! Joggerin (45) angefahren“) Eine Joggerin wartete morgens gegen 8 vor der Fußgängerampel am Kaiser-Friedrich-Ufer, drehte Warmhalterunden, um dann bei Grün die Fahrbahn zu passieren. Ein Mercedes konnte nicht mehr bremsen – ganz offenbar fuhr er noch bei Rot-total über die Ampel. Nur die Brücke über die Isebek trennt die Unfallstelle von der Osterstraße, die hier Bundesstraße heisst.
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Drei Tage später, am Donnerstag, erlag die 45 Jährige im UKE ihren Verletzungen. (Eimsbütteler Nachrichten, 23. Januar 2015, „Joggerin erliegt Verletzungen“)
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Der Unfall macht – wieder mal – völlig sprachlos. Den Angehörigen sei an dieser Stelle aufrichtiges Beileid bekundet. Solche Unfälle, so sinnlose, machen wütend und schockieren einfach.
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Auf leider tragische Weise wird wieder einmal ein Grund sehr deutlich, weshalb „Osterstraße autofrei!“ unter anderem die Verbannung des Individualverkehrs aus dieser Straße fordert:
Diese Straße ist in weiten Abschnitten hochfrenquentiert von Fußgängern jeden Alters und Radfahrern. Eben genau darum haben Autos im Herzen eines so belebten Viertels wie Eimsbüttel nichts verloren und gehören an den Rand zurückgedrängt.
Denn – man weiß um diese Fakten, sie sind bekannt und jeder, der diese Straße kennt, kann es bestätigen.
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Wenn beim Umbau der Osterstraße wider besserer Kenntnisse – die ja mehrmals vor breiter Öffentlichkeit selbst von den Behörden präsentiert wurden und worüber hier ausführlich berichtet wurde (siehe „GRIFFELPFLASTERWUNDER- MITTELSTREIFEN ODER: WIE DIE NEUE OSTERSTRASSE WERDEN SOLL“ und „BUMMLER STECHEN RADLER AUS“) – eben diese bewusst und oder geflissentlich ignoriert werden zugunsten freier Fahrt für Autos ist dies im Grunde eine Sache, die man fast schon als fahrlässiges Handeln bezeichnen könnte. Sollten sich nach dem Umbau derartige Unfälle wiederholen, gibt es klar Verantwortliche dafür – zumindest moralisch.
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Es braucht auch niemand zu kommen und zu sagen, dieser Unfall hätte überall passieren können. Ja, das hätte er. Niemand braucht anzumerken, die Läuferin hätte ja noch einmal gucken können. Es braucht auch Niemand wegen Parkplätzen zu kommen und Niemand von wegen dass er eben nicht mehr direkt vor der Tür mit dem Auto erreichbar wäre. Auch braucht Niemand etwas von drohendem Verkehrschaos in diesem Quartier zu erzählen. Keine‘ Abers‘! All das ist nämlich nicht der Punkt.
Der Punkt ist, dass es langsam an der Zeit wäre, einiges zu ändern. Realitäten endlich mal ins Auge zu sehen. Es endlich auch anzupacken. Irgendwo geht’s immer los, am Ende steht hoffentlich ein durchdachtes Verkehrsleitkonzept für den ganzen Stadtteil. Vor allem geht es aber darum, notwendige Veränderungen nicht als Gefahr, sondern als Chance für Neues zu sehen.
So ein Zeitpunkt wäre jetzt.
Ganz genau jetzt.
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„Der größte Teil städtischer Wegstrecken bleibt unter 5 km. Optimal für Fahrrad- und Fußverkehr. Nimmt man noch den Transitverkehr von der Bundes- und Osterstraße eröffnet sich Raum für Fahrrad und Fußgänger. Müssen nur noch die bestehenden gewerblichen und sozialen Verhältnisse gesichert werden gegen eine ungezügelte Gentrifizierung, könnten Oster- und Bundesstraße als mustergültige Beispiele für zukunftsgerechten Stadtverkehr “in die Geschichte eingehen”.
Petitons-Kommentar  von Prof. Dr. Jochen Hanisch, einem Unterstützer der Petition „Osterstraße autofrei!“,
im Juli 2014
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(siehe auch „Darum autofrei!“)
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