Notbremse gezogen

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Schöne Aussichten – bald wird Hamburger Luft klarer

Schluss mit Lustig! Hamburg hat zu lange gepennt, war zu lange ignorant und fühlte sich zu lange auf der sicheren Seite. Seit gestern scheint klar zu sein, dass die Stadt doch eher auf der anderen Seite steht, der Verliererseite. Das wurde Zeit!

Zwei hatten gegen die Stadt geklagt, weil sie deren Meinung nach viel zu wenig für gesunde Luft tut („Hamburg bald autofrei“). Gestern gab das Verwaltungsgericht nun den den Klägern, der Umweltorganisation BUND und einer Privatperson statt. Die Stadt sei verpflichtet, „in den Luftreinhalteplan Maßnahmen aufzunehmen, die zu einer möglichst schnellen Einhaltung des Grenzwertes für Stickstoffdioxid führen sollen.“ 

Was nun zu tun sei, müsse die Stadt nun selbst entscheiden, da nannte das Gericht wohl keine konkreten Beispiele. Aber die gibt es natürlich, sehr viele sogar.

City Maut, Umweltzonen, flächendeckend Tempo 30, teure Parkplätze und was es sonst noch für verkehrsbeschränkende Maßnahmen gibt, wie es so schön heisst. Denn darum und um nichts anderes geht jetzt: Der Hauptverursacher der miesen Luft, zweifelsfrei der motorisierte Individualverkehr, muss an die Leine gelegt werden, wie auch immer. Da hilft kein Jammern, kein Zeigen auf die böse EU, die angeblich zu viel Spielraum in Abgasnormen von Dieselfahrzeugen zulassen würde. Das kann theoretisch alles so bleiben. Ändern muss etwas anderes: Unsere Luft – hier in Hamburg.

Osterstraße autofrei hat da auch eine tolle Idee: Macht die Osterstraße tatsächlich noch autofrei! Noch ist nichts gebaut. Dann kann immerhin Eimsbüttel vorangehen und einen Beitrag zu mehr sauberer Luft erbringen. Ganz einfach.

Und nocheinmal kurz für alle und vor allem für CDU und FDP, die vor GRÜNENAnti-Autofahrerschnellschüssen“ warnten:
Nein, dass hat überhaupt gar nichts mit Hass auf Autos an sich zu tun. Es geht auch nicht um eine Rumverbieterei. Es geht ganz schlicht vor allem um eines – das Auto wieder bewusster zu benutzen. Niemand muss mit dem Auto in urbane Zentren wie die Osterstraße fahren, das geht auch anders. Sonst eben nur, wenn es wirklich sein muss. Und nur um das –  und nichts anderes – zu erreichen, müssen Dinge in Angriff genommen werden, die diesen Effekt auch herbeiführen.
Aber „GRÜNE Anti-Autofahrerschnellschüsse“?!
Vor allem aber braucht es endlich GRÜNE, die es tatsächlich WERT sind, sich den Nonsens der Ewiggestrigen anhören zu dürfen und es ihren oftmals automobilen Wählerinnen und Wählern auch endlich genau so erklären. Nicht nur „Wir sind nicht gegen das Auto“, sondern vor allem das in den Mittelpunkt stellen, was hinterm „aber“ kommen muss.
Wir haben die Wahl – sehr bald!

„Hamburg unterliegt vor Gericht – kommt jetzt die City Maut?“ [€] Abendblatt, 6.11.2014

„Richter fordern bessere Luft“
taz hamburg, 6.11.2014

„Kein Menschenrecht aufs Auto“
Kommentar, taz hamburg, 6.11.2014

 

 

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