GRÜNEN auf die Sprünge helfen

Heute morgen fand noch vor der Landesmitgliederversammlung ein SpitzenkandidatInnen Speed-Dating der GRÜNEN Hamburg in der Luise Schröder Schule in Altona statt.

Ein Mitstreiter, selbst GRÜNER, und ich hatten dabei die Gelegenheit, sowohl Katharina Fegebank, Jens Kerstan und Till Steffen mit unserem Projekt zu konfrontieren.

Insgesamt kam von allen ein recht positives Feedback, schließlich wollen die GRÜNEN ja auch, dass es zukünftig wieder mehr Platz für Menschen und weniger für Autos im Straßenraum gibt.

Eine Idee gut zu finden ist das eine, sich voll und ganz dafür einsetzen zu wollen allerdings das andere.

Katharina möchte die Idee nochmal mit in den entsprechenden Kreisverband nehmen und Till zeigte mir wunderschöne vorher/hinterher Bilder in einem tollen Buch – zu sehen waren belebte Fußgängerzonen.

„Und warum dann nicht die Osterstraße auch so?“
Das wäre ja schon mal ganz gut so, mit mehr Platz für Fußgängern und Radfahrern. Wohlgemerkt – die Fahrbahnen bleiben. Immerhin kann Till sich vorstellen, die Osterstraße temporär zu sperren, testweise, was man ja rückgängig machen könne, wenn es sich als falsch erweisen sollte. (Mopo am Sonntag, 6.7.2014) sowie weiterer NDR Bericht

Das ist mir einfach zu wenig!
Echte Begeisterung sieht anders aus!
Hallo GRÜNE! Heute hat die taz nord einen klasse Schwerpunkt zum Thema Fahrradfahren gebracht. „Von Kopenhagen lernen“, einer Stadt, die die Grundlagen für die Früchte, die sie heute erntet, bereits in den 70er Jahren gelegt hat. Bei 32% liegt der Anteil des Radverkehrs in der Ostseemetropole, in wenigen Jahren sollen 50% erreicht werden, weshalb hier weiterhin massive Energie in den Ausbau des Radwegenetzes gelegt wird. An der Elbe dagegen liegt der Anteil bei mickrigen 12%. Mit Schutzstreifen wird das alles nichts! Eher mit Visionen – „Sky Cycle“ nennt Star-Architekt Sir Norman Foster seine Zukunftsvision einer Fahrrad-Autobahn auf Stelzen in der Londoner City. (Wochenend-Print Ausgabe taz-nord)

Kopenhagen baut aber nicht nur Fahrradwege aus, sondern kontinuierlich auch autofreie Zonen in den der Innnenstadt. Waren 1962 „nur“ 15.800 m² autofrei, sind es seit 1995 mindestens 95.750 m² geworden. Auf der Karte sieht das so aus:

kopenhagen
Quelle: Reclaiming city streets for people

Und in Hamburg? Es gibt so viel, was energisch angegangen werden muss: In der Innenstadt – vom Gänsemarkt und alles rund um den Jungfernstieg, Große Bleichen, Neuer Wall. Die Lange Reihe in St. Georg ist ein ebenso heißer Kandidat für eine autofreie Zone, sie wird noch mehr umzingelt von großen Straßen als die Osterstraße. Urbane Zentren müssen wieder autofrei werden – „autofrei“, weil es Radverkehr nicht ausschließen muss. In Hamburg gibt’s ohne Ende zu tun!

Die GRÜNEN sollten begreifen, dass dieses Thema sehr wichtig ist. Es ist eine der größten Zukunftsaufgaben in den Stadt.
Ein Thema, welches zweifellos viel Kritik, Widerstand und Gejammer mit sich bringt. Welches aber auch das Potential hat, Kreativität und Innovation zu freizulegen. Hier ist DAS Thema – leicht verständlich für Jedermann und Frau, nicht so verwirrend wie TIPP und TISA und Fracking – und vor allem eines, von dem sich GRÜNE endlich mal wieder von allen anderen Parteien deutlich unterscheiden und abheben können!

Dazu gehört aber, klar und deutlich zu kommunizieren, wie die Zukunft aussehen soll. Da kann nicht um Parkplätze herum laviert werden und Schutzstreifen gar keine Option mehr sein. Autofahren unattraktiver zu gestalten ist dabei Programm und Ziel! Das wird hart in einem Autofahrerland. Genau darum braucht es aber Euch GRÜNE! Irgendwann können dann auch die Früchte geerntet werden – auch das macht Kopenhagen vor….

Ich denke, es ist vor allem eine Sache, wie es kommuniziert wird: Es soll ja NICHT VERBOTEN werden, Auto zu fahren. Es soll nur erreicht werden, dass dies bewusster – und somit deutlich weniger – geschieht. All die VORTEILE müssen an vorderster Front den Menschen verdeutlicht werden – und die gibt es wie Sand am Meer. Sich darüber tatsächlich mal sehr, sehr ernsthafte Gedanken zu machen und es vor allem auch der eigenen Wählerschaft als einen Großen Gewinn verkaufen zu können, sollte sich mehr als lohnen. Man muss es vielleicht ein wenig so sehen wie Robert Habeck nebenan – Umwelt- und stellvertretender Ministerpräsident in Schleswig Holstein, der es okay findet,  „sich mal ne Wurst zu gönnen und auch mal zu Aldi zu gehen“ Dürfen Grüne keine Ökos sein?, taz, 12. Juni 2014. Wer sagt denn, dass es nur mit „Abgehobener Lebensstil-Vorschreiberei gehen soll“?

Also – Hoch die Fahnen, auf in den Kampf!

 

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