Kaum Durchgangsverkehr – oder was?

striche
…und einer nach dem anderen durchfährt die Osterstraße….

Nur etwa 20% der PKWs auf der Osterstraße könne man dem klassischen Durchgangsverkehr zurechnen, wurde auf der letzten Infoveranstaltung am 24.7. gesagt. Der Rest wären Anlieger und Einkaufsbesucher, so in etwa. Auch wegen der so geringen Zahl der „Durchfahrer“ wäre es unter Umständen nicht einfach, die Osterstraße irgendwo dicht zu machen. Wo sonst sollen Anlieger denn sonst fahren? Es wäre nichts gewonnen, verschöbe sich der Verkehr in die Nebenstraßen, gaben die GRÜNEN in einer kleinen Diskussion hinterher am Rande zu bedenken. Dazu soviel: Natürlich wäre etwas gewonnen: Eine autofreie Zone mitten in Eimsbüttel. Was indes die 20% angeht, konnte ich das schlicht nicht glauben und entschloss mich, selbst eine kleine Verkehrszählung und Erhebung zu machen.

Am Mittwoch, 25.6. stellte ich mich von 15.45 Uhr bis 16:45 Uhr an die Ampel vor die „Kleine Konditorei“ am hinteren Ende der Osterstraße. Wer hier fährt, ist irgendwo auf die Osterstraße drauf gefahren. Ich wollte wissen, wo:

41 AutofahrerInnen konnte ich befragen

seit Bundesstraße                 :      15 PKWs    = 36,5%
seit Schulweg                             :         6 PKWs    = 14,5%
seit Heußweg                             :      18 PKWs   =  44%
seit andere dazwischen     :         2 PKWs   =   5%

Bewertet man Schulweg und Bundesstraße gleich, was den Beginn der Osterstraße bedeutet, haben 51% diese Straße komplett durchfahren. Rechnet man nun noch den Heußweg dazu, durchfahren sogar 95% die Osterstraße. Denn alle FahrerInnen, die fragte, haben dieses an dieser Stelle bereits mindestens zur Hälfte getan.

„Waren Sie Einkaufen an der Osterstraße oder bei einem Gastronomie-Angebot?“ (14 FahrerInnen total)

Nein:  11   = 78,5%
Ja:           3     = 21,5% (und die sind in den nur 13% drinnen, welche bei der neuen Passantenbefragung angegeben haben, mit dem PKW an die Osterstraße gekommen zu sein!)

Rechnen wir großzügig und ziehen wir etwa 20 von 95% ab, haben wir es immer noch mit satten 75% Durchfahrten zu tun.

Wie fuhren Fahrzeuge weiter?  (206 total)
links in Methfesselstraße:                      7  =   3,5%
rechts in Methfesselstraße:             94  =  45,5%
geradeaus in Müggenkampstr.:  105 =  51%

Jede Wette: Von den 51% geradeaus fahrenden Autos werden mindestens 90% via Langenfelder Damm auf die Kieler Straße fahren….

Das alles sollen kaum Durchfahrten sein?!

Und wo bleiben die Anwohner?
Teilen wir den Bereich der Osterstraße ab Heußweg in vier Gebiete auf, je 2 westlich (Richtung Kieler Straße) und 2 östlich, Richtung Eidelstedter Weg.

karte eimsbüttel
Karte: Openstreetmap

Aus City-Richtung kommend gelangen alle Anwohner bereits über den Stellinger Weg und Heußweg in den Ost-Bereich A. Über diese Straße können auch Hellkamp, Schwenckestraße und Schoopstraße erreicht werden, würde man die Osterstraße in diesem Bereich autofrei gestalten. All diese Fahrzeuge werden da, wo ich die Erhebung machte, schon längst nicht mehr dabei gewesen sein. Es sei denn, sie fahren extra Kreise…

Gleiches gilt für Bereich B im Westen: Wer rund um die Apostelkirche wohnt, erreicht sein Ziel sowieso direkter über Frucht- und Lappenbergsallee. Auch diese Autos werden zumindest zum Großteil an der „Kleinen Konditorei“ nicht mehr vorbeikommen.

Bereich C – Rund um Müggenkampstr. und Langenfelder Damm: Kann alles direkt über die Kieler Straße erreicht werden – durch Tiedemannstr. und Arminiusstr. bzw. Lappenbergsallee.

Bereich D –  Rund um Lutterothstraße
Ziele erreichen über Quickbornstraße, Troplowitzstraße, Eidelstedter Weg sowie von oben Langenfelder Damm / Steenwisch. Für alle Lokstedter,  gilt das Gleiche – es sei denn, die Anfahrt oben herum (Basselweg, Koppelstraße) bzw. über Hoheluft machen mehr Sinn.

Eine Sackgasse im Stellinger Weg dürfte durchaus Sinn machen – unattraktiv für nächtliche Taxiraserei und Lokstedter. Vom Heußweg aus voll befahrbahr, aber kein Durchlass mehr zur Methfesselstraße.

Fakt ist: Es durchfahren jede Menge Autos die Osterstraße, offenbar extrem stark auch ab  Heußweg Richtung Methfesselstraße. Gut die Hälfte davon dürften Lokstedter sein, die man nicht mehr als Anwohner bezeichnen kann.

Eine autofreie Osterstraße gibt’s nun mal nicht ohne auch einen Preis dafür zahlen zu müssen. Der Preis ist, dass es durchaus weniger bequem werden kann, seine Ziele weiterhin über das Viertel Eimsbüttel erreichen zu können. Der Preis werden andere und evt. längere Wege sein, was allerdings tatsächlich eher die „Durchfahrer“ und weniger die Anwohner aus diesem Viertel selbst betrifft. Selber bequem zu sein und Auto zu fahren heißt nicht, dass immer der kürzeste Weg dem Auto zur Verfügung steht. Höchste Zeit, anderen die kurzen Wege zu geben: Fußgängern, Radfahrern und den etwa 6 – 10% der Osterstraßenpassanten, die Kinder sind!

Dem Preis gegenüber steht aber sehr viel: Deutlich weniger Verkehr in Eimsbüttel, eine viel sicherere autofreie Osterstraße, ein lebendiges Zentrum mitten in Eimsbüttel!
Das zählt wirklich!

 

 

 

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