autofrei! für Baumerhalt und Fahrradschutz

Noch stehen sie zahlreich und sorgen für eine grüne Osterstraße: Bäume
Noch stehen sie zahlreich und sorgen für eine grüne Osterstraße: Bäume

Wenn beim Umbau der Osterstraße weiterhin im Sinne der PKWs geplant wird  und Fahrradstreifen auf die Straße kommen – was ja auf jeden Fall eine gute Sache ist – , werden einige ganz sicher in die Röhre gucken: Bäume.

Vor allem im hinteren Teil der Osterstraße, also dem Stück zwischen Hellkamp und Methfesselstraße, stehen die Bäume beinahe direkt an der Straße. Schöner, alter Baumbestand, der Schatten spendet, Farbe in die Straße bringt und Luft reinigt.

Schön ist’s, wenn Radwege auf die Straßen kommen und diese auch eine ausreichende und vernünftige Breite haben, um zügiges Radeln und dabei selbst auch noch Überholvorgänge zu ermöglichen. Blöd wird’s aber dann, wenn Bäume im Weg stehen:

und dann geht's durch den Busch?
und dann geht’s durch den Busch? Ab Hellkamp wird’s noch enger… Quelle: Eimsbüttel-Fahrradforum-Präsentation 2012

Dieses Bild entstammt der aktuellen Fassung (2012) des Fahrradforums Eimsbüttels – Radverkehrsplanung Eimsbüttel:
Entwicklung der bezirklichen Routen „B“ und „D“ [PDF Download, 15 MB, 168 Seiten]. Auf Seite 48 wird die Kreuzung Schwenckestraße – Osterstraße behandelt. Gut zu sehen, wie geplante Radwege mitten durch die Botanik laufen. Geht ja auch schlecht anders, weil es ab dieser Kreuzung und weiter Richtung Methfesselstraße richtig eng wird.

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Wer ist zukünftig im Weg? Autospuren oder Fahrradwege?

Auf der allgemeinen, öffentlichen Infoveranstaltung am 24. Februar im Hamburg Haus wurde diese Thematik auch angesprochen – ich zitiere aus dem Protokoll, welches man sich auf der Hamburg.de Seite [PDF Download, 250 KB]  auch in ganzer Länge herunterladen kann:

Anmerkung aus dem Plenum:
[…]  „Zum Thema Bäume: Bei anderen Umbaumaßnahmen sind viele Bäume gefällt worden. Vom alten Baumbestand soll bitte nichts mehr wegkommen.“

Herr Pröwrock: (Leiter des Fachamts Management des öffentlichen Raumes im Bezirksamt Eimsbüttel)
[…] „Es ist nicht geplant, dass Straßenbäume in großem Umfang fallen sollen. Allerdings gehen Straßenbäume irgendwann zu Grunde, da sie ganz natürlich eine beschränkte Lebenszeit haben. Heutzutage müssen viele Bäume leider früher entnommen werden. Es wird zwar versucht, diese Verluste zu ersetzen, jedoch sind große und alte Bäume nicht wirklich durch junge ersetzbar, diese benötigen viele Jahre, bis sie die Größe der alten erreicht haben. Der Bezirk hat ein hohes Interessen an einem schönen Stadtbild, aber es wird unter Umständen nicht ausbleiben, dass einzelne Bäume weggenommen werden müssen. Details kennt man nach Fertigstellung des Plans.“

Tolle, neue Osterstraße?
Genauso viele Autos wie heute bei deutlich weniger Parkplätzen (etwa 100 entfallen an der Osterstraße), was wahrscheinlich einen umso härteren Kampf um die wenigen verbleibenden zur Folge haben wird bzw. zum Wildparken auf den Fahrradschutzstreifen führt, weniger Schatten und obendrein für die Anwohner wegen fehlendem alten Baumbestand dreckigere Luft? Wer setzt sich dann noch gerne in Restaurants und Cafés in einer trostlos wirkenden Straße an die Tische vor die Tür, wenn es nur noch mickrige, neue Bäumchen gibt, die Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen, ehe sie die alten tatsächlich ersetzen können? Am Ende noch „Hamburg, mein Baum, meine Stadt“, und wir zahlen alle mit? 

Überhaupt Fahrradschutzstreifen, die offenbar in weiten Teilen der Osterstraße eingeplant wurden: Hier dürfen Autos „ausnahmsweise“ den Schutzstreifen mit befahren, wenn es durch entgegenkommende Autos / Busse /LKWs etc. zu eng wird. „Ausnahmsweise“ wird hier die Regel sein. Wer wird dann geschützt?! Auch dürfen PKWs auf den Fahrradschutzstreifen bis zu 3 Minuten halten. Für den Kunden, der mal eben zum Bäcker oder in den Blumenladen will, also selbstverständlich – und das sind viele, den ganzen lieben langen Tag lang…. Hier nachzulesen: Flyer Radfahrstreifen, Schutzstreifen aus Hamburg [PDF Download, 1,7 MB]

Dabei ginge es alles auch ganz anders:
Auf einer autofreien Osterstraße dürfte der vorhandene Platz locker reichen, um eine  Fußgängerzone mit schickem Radweg in der Mitte und einen „Notfall“ und Anliefer-, „Anlieger mit Genehmigung“- Fahrstreifen realisieren zu können. Im autofreien Bereich der Osterstraße sollte darum sicher kein gesunder Baum gefällt werden müssen.

schwenckestrasse
Geht so in Bergedorf….

Radweg und autofreie Zone müssen sich dabei keinesfalls ausschließen, wie Bergedorf wunderbar zeigt.

„Osterstraße autofrei!“ ist besser?
Dann unterstützen Sie sie hier und jetzt und unterzeichnen Sie die Online-Petition!

Eine Studie des  Autoclub Europa (ACE) zum Thema Verkehrssicherheit kommt übrigens zu diesem Fazit:

„Die Formel lautet: Je mehr Fußgänger, Radler und öffentlicher
Personennahverkehr, desto geringer ist das Risiko, einen
folgenschweren Unfall zu erleiden.“
„Auch Autoinsassen profitieren von der Verkehrssicherheit“

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